Zahl steigt auf 380'000
So viele Grenzgänger wie noch nie

Die Zahl der Menschen, welche im Grenzgebiet zur Schweiz leben und hier arbeiten, nahm im letzten Jahr um 6,1 Prozent zu. Insgesamt 380'000 Menschen pendeln täglich zum Arbeiten in unser Land.
Publiziert: 21.02.2023 um 10:09 Uhr
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Aktualisiert: 21.02.2023 um 18:34 Uhr
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Die Schweiz ist bei Grenzgängern beliebt. Täglich stehen viele mit ihren Autos Schlange an der Grenze.

Die Zahl der Grenzgängerinnen und Grenzgänger ist bis Ende 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent gewachsen. Ihr Anteil an der erwerbstätigen Bevölkerung nahm um 0,4 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent zu.

Insgesamt pendelten Ende des vergangenen Jahrs 380'000 Arbeitskräfte aus dem Ausland in die Schweiz, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) in seinen am Dienstag veröffentlichten Zahlen ausweist – so viele wie noch nie. Zwischen 2017 und Ende 2022 nahm die Zahl der Grenzgängerinnen und Grenzgänger um 18,6 Prozent oder 59'700 Personen zu.

Die meisten Grenzgänger kommen aus Frankreich

Am stärksten vertreten war die Altersklasse zwischen 35 und 44 Jahren mit 29 Prozent. Geografisch lässt sich aber ein Schwerpunkt ausmachen: Im vierten Quartal 2022 stammten 56,3 Prozent der Grenzgänger aus Frankreich. 23,5 Prozent lebten in Italien, gefolgt von Deutschland (17,1 Prozent). Aus Österreich kamen 2,3 Prozent und 0,2 Prozent aus dem Fürstentum Liechtenstein.

Grenzkantone mit Anziehungskraft

Drei Kantone sind weiterhin besonders beliebt bei den Grenzgängern: Den höchsten Zuwachs gegenüber Ende 2021 verzeichnete Genf mit 7300 Personen mehr und einem Plus von 7,6 Prozent. Darauf folgten die Waadt (3900; +10,6 Prozent) und das Tessin (3300; +4,4 Prozent).

Fast 60 Prozent der Grenzgängerinnen und Grenzgänger konzentrierten sich damit auf diese drei Kantone: 27,4 Prozent waren in Genf beschäftigt, 20,4 im Tessin und 10,8 Prozent im Kanton Waadt.

Kein Einbruch während Corona

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Einen Corona-Effekt gab es im Übrigen nicht: In der ersten Welle der Covid-19-Pandemie blieb die Zahl der Grenzgänger relativ stabil. Ende 2019 lag sie bei 339'000 Personen. Ein Jahr später erreichte sie 341'300, ein Wachstum von 0,7 Prozent. Ende 2021 reisten 359'000 Menschen zur Arbeit in die Schweiz, ein Plus von 5,2 Prozent innert eines Jahres.

Die Zahl der Erwerbstätigen sank währenddessen zwischen 2019 und 2020 um 0,3 Prozent. Sie erholte sich bis Ende 2021 wieder um 1,1 Prozent. 2022 resultierte ein Plus von 0,8 Prozent.

Handel, Bau und Pflege

Rund 2500 Personen aus dem nahen Ausland arbeiten in der Schweizer Landwirtschaft. Im sekundären Sektor sind es insgesamt 116’000 Menschen, die täglich über die Grenze kommen. 84’000 davon sind im verarbeitenden Gewerbe und in der Herstellung von Waren tätig. Etwa 29’000 Grenzgänger arbeiten in der Schweiz auf dem Bau.

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Im tertiären Sektor arbeiten über 250’000 Menschen mit Wohnsitz im Ausland. Der grösste Teil davon, knapp 50’000 Menschen, arbeitet im Handel (Gross- und Detailhandel) und in der Instandhaltung und Reparatur von Motorfahrzeugen. Gut 40’000 Menschen mit Wohnsitz im nahen Ausland erbringen freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen in der Schweiz. Nochmals 42’000 erbringen weitere Dienstleistungen in unserem Land. Ebenfalls arbeitet ein grosser Anteil der Grenzgänger im Gesundheits- und Sozialwesen. Ende 2022 arbeiteten fast 38’000 Menschen aus dem umliegenden Ausland in unseren Pflegeheimen und Spitälern. (shq/SDA)

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