Darum gehts
- SRG meldet 2025 mehr Beschwerden, durch soziale Medien mobilisiert
- Wichtigstes Thema: 513 Beanstandungen gegen «Late Night Switzerland» vom 13. April
- Beanstandungsquote stieg von 8,7 Prozent (2024) auf 9,9 Prozent 2025
Ausgelöst wurden diese durch gezielte Mobilisierung in sozialen Medien und auf Webseiten, wie die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) am Mittwoch mitteilte. Der markante Anstieg sei kein Ausdruck eines Qualitätsverlusts im Journalismus. Damit sei auch der Anstieg der ganz oder teilweise unterstützten Beanstandungen im Vergleich zum Vorjahr von 8,7 auf 9,9 Prozent zu erklären.
«Polarisiertes politisches Umfeld»
Die Satiresendung «Late Night Switzerland» vom 13. April 2025 wurde 513 Mal beanstandet und von der Ombudsstelle unterstützt. Eine «Impact»-Reportage vom 24. September über eine Zürcher Tantra-Schule wurde 138 Mal beanstandet und in zwei Kritikpunkten unterstützt, wie die SRG schrieb.
Die sehr hohen Eingabezahlen gehen laut der SRG auf ein hoch polarisiertes politisches Umfeld zurück. Im Vorfeld der Abstimmung über die Halbierungsinitiative spitzte sich die Programmkritik auch insofern zu, als dass die Befürworter der Initiative medienwirksam dazu aufriefen, Beanstandungen einzureichen.
Unmut über Darstellung von Trump
Knapp ein Viertel der Beanstandungen entfiel thematisch auf den Nahost-Konflikt, wie es weiter hiess. Die Kritik kam 2025 mehrheitlich aus pro-israelischen Kreisen und richtete sich gegen eine Berichterstattung, die das humanitäre Leid in Gaza, Völkerrechtsfragen und politische Verantwortung in den Fokus rückte.
Auch die US-Politik, insbesondere die Berichterstattung über Präsident Donald Trump und sein Umfeld, sorgte für zahlreiche Beanstandungen. Gemäss SRG wurde eine angeblich systematisch negative Darstellung kritisiert. Die Ombudsstelle erachtete die journalistischen Einordnungen in den meisten Fällen als sachgerecht und transparent gegenüber dem Publikum.