Darum gehts
- Die SVP Luzern kritisiert den Stadtrat wegen Gipfeli aus benachbarter Gemeinde Rothenburg
- Bäckerei erfüllt Liefer-, Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen, betreibt Filialen in Luzern
- Jährlich Gipfeli für 1500 Franken, insgesamt Backwaren für 6000 Franken bezogen
Im Grossen Stadtrat in Luzern werden vor den Sitzungen Gipfeli serviert. Das ist schön und gut, doch die SVP-Fraktion stört sich daran, dass die Backwaren nicht innerhalb der Stadtgrenzen gebacken werden. Denn: Die Gipfeli werden in der benachbarten Gemeinde Rothenburg LU produziert. Der Firmensitz der Bäckerei liegt in Küssnacht am Rigi SZ. Damit fliessen die Steuern in den Kanton Schwyz.
Dies widerspreche den kommunizierten Grundsätzen der Stadt Luzern, heisst es von SVP-Stadtparlamentarier Kurt Stadelmann (66). Die Transportwege verursachten Emissionen, und die wirtschaftliche Wertschöpfung erfolge nicht zugunsten von Betrieben der Stadt Luzern.
Der SVP-Mann ist als Bäckermeister emotional mit der Sache verbunden und hat wohl auch deshalb eine Interpellation beim Stadtrat eingereicht. Konkret wollte er wissen, weshalb die Backwaren nicht aus einer Bäckerei der Stadt Luzern bezogen werden.
In seiner Antwort schreibt der Stadtrat, dass jene Bäckereien berücksichtigt würden, die eine termingerechte Anlieferung, die gewünschte Qualität und Grösse der Produkte sowie wirtschaftlich angemessene Konditionen erfüllen. Die Stadtregierung betont, dass die liefernde Bäckerei zwei Filialen in der Stadt betreibt.
Jährlich Backwaren für 6000 Franken
Jährlich werde das Luzerner Stadtparlament mit Gipfeli im Wert von 1500 Franken beliefert, heisst es vom Stadtrat in seiner nun publizierten Antwort zum Vorstoss. Im letzten Jahr seien auch zehn weitere städtische Stellen mit Waren der Küssnachter Bäckerei versorgt worden. Das Gesamtvolumen habe sich auf 6000 Franken belaufen. Die städtischen Dienstabteilungen bezögen ihre Backwaren nicht ausschliesslich von einem einzelnen Anbieter. Es würden diverse regionale und lokale Bäckereibetriebe berücksichtigt.
Der Stadtrat möchte trotz der Kritik der SVP nichts an der aktuellen Bäckerei-Auswahl ändern. «Sie entspricht dem Auftragsvolumen, berücksichtigt die Nachhaltigkeit, erfüllt die Anforderungen an die Anlieferung und die Qualität und sichert den Wettbewerb», heisst es im Antwortschreiben.