Wirrer Vergewaltigungs-Vorwurf: Hier entgleist SVP-Aeschi im Nationalrat(00:51)

Trede will Aeschis Entgleisung nicht legitimieren
Grüne Fraktionschefin bleibt «Arena» aus Protest fern

Dass die empörende Aussage von SVP-Nationalrat Thomas Aeschi rund ums Thema Flüchtlinge in der «Arena» noch einmal aufgewärmt werden soll, passt Grünen-Fraktionschefin Aline Trede nicht. Sie boykottiert die Sendung.
Publiziert: 18.03.2022 um 17:02 Uhr
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Aktualisiert: 18.03.2022 um 17:31 Uhr
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Aline Trede will nicht mit einer «Arena»-Teilnahme Thomas Aeschis Aussagen legitimieren.

Sie will die Thematisierung der Äusserungen von SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi (43) «nicht legitimieren». Deshalb hat die grüne Nationalrätin Aline Trede (38) dem Schweizer Fernsehen SRF mitgeteilt, der «Arena»-Sendung von heute Freitagabend fernzubleiben.

Eigentlich hätten die Parteispitzen von SVP, SP, FDP, Mitte, Grünen und Grünliberale zum Krieg in der Ukraine diskutieren wollen. Nun aber befürchtet Fraktionschefin Trede, dass das Fernsehen Nationalrat Aeschi vor allem eine Plattform gibt, um seine Entgleisung im Nationalrat zu erläutern.

Gerne diskutiere sie mit Aeschi über Lösungsvorschläge zum Ukraine-Krieg und «wie wir dem Leid in der Ukraine so schnell wie möglich ein Ende setzen können». Auch wie die Schweiz zu Friedensverhandlungen beitragen könne und wie man gemeinsam aus dieser Krise komme, würde die Fraktionschefin der Grünen gern mit ihm besprechen.

Raum um nachzudoppeln

Trede befürchtet jedoch, dass das Fernsehen Aeschi vor allem eine Plattform gibt, um seine Entgleisung im Nationalrat zu erläutern. Damit räume die «Arena» Aeschi die Möglichkeit ein zu erklären, weshalb seine rassistische Bemerkung nicht rassistisch gemeint seien. «Man gibt ihm also Raum, um nachzudoppeln.» So habe die Partei ihr Framing wiederhergestellt und davon abgelenkt, dass sie keine Lösungsvorschläge zur Beendigung der Ukraine-Krise habe.

Denn das Fernsehen will Aeschi explizit darauf ansprechen, dass er im Ratssaal diese Woche sagte: «Es darf nicht sein, dass Nigerianer oder Iraker mit ukrainischen Pässen plötzlich 18-jährige Ukrainerinnen vergewaltigen! Das darf nicht zugelassen werden.»

Bislang keine weitere Absage

Plötzlich dürfte also die angebliche Gefahr Thema sein, die von afrikanischen Männern ausgehen soll, statt die Tausenden Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Aus Sicht der Grünen ginge es Schritt für Schritt so weiter wie bisher: «Die SVP schafft seit Jahren eine Zweiklassengesellschaft, untergräbt unsere Werte und parlamentsdemokratischen Regeln», sagt sie.

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Von den anderen Teilnehmern und der SP-Teilnehmerin Mattea Meyer (34) kamen bislang offenbar noch keine Absagen. Neben der Co-Präsidentin der Sozialdemokraten werden FDP-Chef Thierry Burkart (46), Mitte-Präsidiumsmitglied Pirmin Bischof (63), GLP-Präsident Jürg Grossen (52) und eben SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi erwartet.

«Grenze überschritten»

Reagiert hat aber schon die höchste Schweizerin Irène Kälin (35) – wie Trede eine Grüne. Für sie hat Aeschi eine Grenze überschritten. Sie sei bei der Entgleisung jedoch abgelenkt gewesen. Im Nachhinein und als sie die Aussage noch einmal aufmerksam nachgeschaut habe, sei der Fall völlig klar: «Man hätte intervenieren müssen.» (pt)

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