Tötungsdelikt in Epagny
«Die Behörden tun nicht genug, überall in der Schweiz»

Nach dem Tötungsdelikt an einer vierfachen Mutter in Epagny demonstrierten 300 Menschen in Freiburg gegen Frauengewalt. Die Kundgebung forderte verstärkte Massnahmen zum Schutz von Frauen.
Kommentieren
1/2
Letzte Woche tötete in Epigny FR ein Ehemann seine 39-jährige Frau.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 300 Personen demonstrieren gegen Gewalt an Frauen nach Tötungsdelikt in Epagny
  • Forderung nach echten Mitteln zur Bekämpfung sexistischer und sexueller Gewalt
  • Fast wöchentlich wird in der Schweiz eine Frau Opfer eines Tötungsdelikts
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
KEYSTONE-SDA_Quadrat_pos.jpg
Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Eine Woche nach dem Tötungsdelikt an einer 39-jährigen Frau im freiburgischen Epagny haben sich am Mittwochabend rund 300 Personen zu einer Kundgebung gegen Gewalt an Frauen zusammengefunden. Organisiert worden war der Anlass vom Kollektiv Feministischer Streik Freiburg.

Die Kundgebungsteilnehmenden forderten «echte Mittel» zur Bekämpfung von sexistischer und sexueller Gewalt. Die Versammlung zu Ehren der am vergangenen Donnerstag getöteten Mutter von vier Kindern im Alter zwischen 13 und 20 Jahren, fand vor dem Theater Equilibre statt.

Fast jede Woche werde in der Schweiz eine Frau Opfer eines Tötungsdelikts, betonte Aude Spang, Mitglied des Kollektivs, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sie sprach von einem alarmierenden Rhythmus, der fast doppelt so hoch sei wie der Durchschnitt der letzten Jahre, mit einem Frauenmord alle zwei Wochen.

«Die Behörden tun nicht genug»

Die Mittel, die der Kanton Freiburg für den Schutz der Opfer bereitstelle seien unzureichend. «Die Behörden tun nicht genug, überall in der Schweiz», fügte Spang an.

Vor rund einer Woche erschien der Ehemann des Opfers, bewaffnet mit einer Schrotflinte mit abgesägtem Lauf, am Arbeitsplatz seiner Frau, die Hausarbeiten erledigte. Nachdem er das Haus betreten hatte, schoss der 41-Jährige viermal auf seine Frau, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete.

Der Mann wurde vom 18. September bis zum 5. Dezember 2024 im Rahmen eines Verfahrens wegen häuslicher Gewalt inhaftiert, bevor er unter Auflagen freigelassen wurde. Zu diesen Auflagen gehörten ein Annäherungs- und Kontaktverbot, eine therapeutische Betreuung zur Gewaltbewältigung und eine Bewährungshilfe.

Staatsanwalt Fabien Gasser sprach am vergangenen Samstag vor den Medien von einem «tragischen und alptraumhaften» Fall. «Es ist ein Misserfolg», trotz der mit dem Mann geleisteten Arbeit, räumte Gasser ein.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen