Darum gehts
- Jacqueline Badran im Podcast «Die Thronfolge»: Privates bleibt privat, klare Ansagen
- Badran kritisiert Andreas Glarner scharf und nennt ihn respektlos gegenüber Frauen
- Podcast dauerte 100 Minuten, enthüllte Details über Kindheit und persönliche Ansichten
Klartext: Dafür ist sie bekannt. Aber über Sex reden? «Um Gottes Willen. Seid ihr irr?», schimpft SP-Nationalrätin Jacqueline Badran (64) im Podcast «Die Thronfolge». Die Gastgeberinnen Karin Bearpark und Dara Masi sprechen Badran zwar mehrfach auf ihr Liebesleben an. Aber Badran lässt sich partout nichts entlocken: Privatsache. Schluss.
Ganz anders war dies im gleichen Podcast vor einem Jahr. Damals hatten die beiden Gastgeberinnen Andreas Glarner (63) eingeladen. Er sprach unter anderem über Lieblingsstellungen. Das sei rasch Gesprächsthema gewesen im Bundeshaus, erzählt Badran. «Wenn ein Nationalrat über seine Lieblingsstellung referiert, macht das rasch die Runde», sagt sie und ergänzt wenig schmeichelhaft: «Es wurden Kotzbeutel verteilt.»
Am Ende des Podcasts bleibt kein Zweifel, dass es Badran mit Glarner nicht kann. Er sei der einzige Nationalrat, den sie nicht grüsse, sagt sie. Und da fallen noch weit weniger nette Worte.
Privat harmoniebedürftig, politisch streitlustig
Nur so viel: Für Leute wie Glarner sei das Parlament eine «Bühne zum umehaten». «Er profiliert sich, indem er Frauen diffamiert und denunziert und mit der Handynummer an den Pranger stellt.» In Bern gibt es laut Badran zwei Sorten Politiker: Leute, die etwas verändern wollen. Und diejenigen, die einfach Promi sein wollen. Sie hätten es nicht zum Rockstar geschafft und seien in die Politik gegangen, «weil man dort auch ein Mikrofon hinhält».
So angriffig und kampflustig sie sich gibt: Privat suche sie die Harmonie, sagt Badran. Streit mit ihrem Ehemann und Lieblingsmenschen könne sie kaum ertragen, in ihrer Firma habe es in 25 Jahren keinen Knatsch gegeben.
«Fucking community»
Mit den Gastgeberinnen, die ihr äusserst wohlgesonnen sind, lässt sich Badran dann aber doch ein, zwei Mal auf verbale Fights ein. Ein Generationengraben zeigt sich entlang von Yoga, Smoothies und Selbstoptimierung. Damit kann Badran ebenso wenig anfangen wie mit Schminke und falschen Wimpern, den sozialen Medien oder Superstar Taylor Swift und deren Community. «Fucking community. Am Schluss sitzt man alleine auf dem Sofa.»
Statt Individualismus und Selbstverwirklichung brauche es mehr kollektives politisches Engagement, donnert Badran. Nur so habe man das Abtreibungsverbot oder das Konkubinatsverbot beseitigen können. Das habe der Gesellschaft «100-mal mehr als Yoga oder Smoothie trinken» gebracht.
Mensch(en) voller Widersprüche
Zum Thema Feminismus will sich Badran eigentlich nicht gross äussern, jedenfalls nicht zum Feminismus, wie ihn sich die Gastgeberinnen vorstellen. Badran sorgt für Erstaunen, als sie sagt: Es sei widersprüchlich, einen riesigen Ausschnitt zu haben und sich dann zu beschweren, wenn darauf geglotzt werde.
Letztlich kürzt die Zürcher Politikerin die Diskussion zum Thema aber ab. Menschen seien einfach widersprüchlich. Sie liebe Fleisch, auch wenn sie wisse, dass dies weder für die Gesundheit noch das Klima optimal sei.
Und als Vorkämpferin für Frauen sieht sich Wohnpolitikerin Badran dann doch. «Es gibt wenig Wesentlicheres für den Feminismus als sich um Wohnverhältnisse oder die Kosten dafür zu kümmern», verteidigt sie sich. So müssten viele Frauen in misslichen Beziehungen bleiben, weil bezahlbare Wohnungen fehlten.
Über die sehr unterhaltsamen 100 Minuten des Podcasts gibt Badran dann doch noch einiges Privates preis. Sie erzählt, warum sie Stiefel trägt oder warum ihr Manieren wichtig sind. Und sie erzählt aus ihrer Kindheit: von ihrem Vater aus dem Libanon, über das Aufwachsen mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, einem italienischen Grafen. Alles bleibt dann doch nicht Privatsache.