Wegen Überschuss
Aargauer Kantonssteuer sinkt um 8 Prozentpunkte

Der Kanton Aargau senkt 2026 die Steuern deutlich. Der Ansatz beträgt 100 Prozent statt 108 Prozent. Das hat der Grosse Rat mit den Stimmen von SVP und FDP gegen Mitte/Linke und Regierung beschlossen. Der Entscheid fiel mit 74 zu 62 Stimmen.
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Die Aargauer Steuerzahlerinnen und Steuerzahler werden 2026 finanziell entlastet. Die Kantonssteuer sinkt um 8 Prozentpunkte. (Symbolbild)
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Die FDP warb für eine Reduktion um 8 Prozentpunkte. Es werde in der Staatsrechnung 2025 ebenfalls einen Überschuss im Umfang von 5 bis 6 Steuerfussprozenten geben. Das sei bereits in den Vorjahren der Fall gewesen. Es müsse endlich bei den Einnahmen korrigiert werden. In einem zweiten Schritt müssten auch die Unternehmenssteuer sinken.

Die SVP erinnerte daran, dass sie schon vor einem halben Jahr die Forderung aufgestellt habe, die Steuern um 8 Prozentpunkte zu senken.

Regierung wollte massvolle Senkung

SP und Grüne lehnten eine Steuersenkung ab. Der Ansatz solle wie bisher 108 Prozent betragen. Die SP hielt fest, der Aargau handle «fahrlässig», wenn er die Kantonssteuern senke. Die Grünen sprachen von der «Aushungerung des Kantons».

Die Mitte-Partei stützte den Regierungsrat und damit ihren Finanzdirektor Markus Dieth, der den Ansatz für das kommende Jahr um 5 Prozentpunkte senken wollte. Dies sei «massvoll», hielt die Mitte-Partei fest. Eine übermässige Steuersenkung führe unweigerlich in ein Defizit.

Finanzdirektor Dieth sagte, der Steuerfuss solle ein dynamisches Element sein. Es brauche eine verantwortungsvolle Gesamtsicht. Die Senkung dürfe nicht durch Schulden finanziert werden.

Vor einem Jahr wurde noch dagegen entschieden

Vor einem Jahr, beim Budget 2025, sahen die Mehrheitsverhältnisse im Parlament anders aus. Das Parlament entschied damals mit 74 zu 63 Stimmen, den Ansatz bei 108 Prozent zu belassen.

Keine Mehrheit fanden damals die Anträge der SVP (103 Prozent) und FDP (105 Prozent). Seit der Neuwahl des Parlaments verfügen SVP/EDU und FDP über eine Mehrheit.

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