Länger im Bett liegen bleiben? Daraus wird nichts! Zumindest für die Nationalrätinnen und Nationalräte. Mit 92 zu 73 Stimmen bei 9 Enthaltungen lehnte die grosse Kammer eine parlamentarische Initiative der ehemaligen Genfer SP-Nationalrätin Maria Bernasconi ab, welche den morgendlichen Sitzungsbeginn von 8.00 auf 8.15 Uhr verschieben wollte.
Bernasconi hatte den Antrag auf späteren Sitzungsbeginn damit begründet, dass heute mehr junge Mütter und Väter Mitglied des Nationalrats seien und diese lieber zu Hause übernachteten. Um die verlorene Zeit zu kompensieren, hätten sich die Nationalräte im Gegenzug die Mittagspause gekürzt.
Die bürgerliche Mehrheit wollte davon jedoch nichts wissen. Roland Büchel (SVP/SG) sprach von einer «Schlafmützen-Initiative». Er riet seinen Ratskollegen in Anspielung auf den «Frischmilch»-Vorstoss von Toni Brunner (SVP/SG), am Morgen ein Glas Milch zu trinken – dann seien sie bereit, um 8 Uhr mit der Sitzung zu beginnen.
Dass mehr Nationalräte als früher während der Session zuhause übernachteten, brachte im Rat zudem die Frage nach der Übernachtungspauschale auf. Christa Markwalder (FDP/BE) kündigte an, die Verwaltungsdelegation werde einen Vorschlag unterbreiten, um sicherzustellen, dass nur jene Nationalräte die Übernachtungspauschale erhalten, die in Bern übernachten.
Ständerat beginnt um 8.15 Uhr
Der Ständerat hatte den Sitzungsbeginn bereits vor acht Jahren um eine Viertelstunde verschoben. Der Nationalrat hatte dies bereits damals abgelehnt.
Der überlastete Rat könne sich den Ausfall von zweieinhalb Sitzungsstunden nicht leisten, argumentierten die Gegner. «Nachtübungen» zur Kompensation seien keine Lösung, da ab acht Uhr abends der Magen zu knurren beginne und die Konzentration nachlasse. (SDA)