Sie kämpft ums Überleben
Fischerei-Verband kürt Elritze zum Fisch des Jahres 2026

Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) hat die kleine Elritze zum Fisch des Jahres 2026 gewählt. Wie viele andere Kleinfischekämpfen die vier heimischen Arten um ihren Lebensraum.
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Foto: KEYSTONE/Walter Bieri
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

In der Schweiz gebe es nicht wie angenommen eine, sondern mindestens vier verschiedene Elritzenarten, teilte der SFV am Donnerstag mit. In Bergseen könne der kleine braune Fisch im Schwarm gut beobachtet werden. Fischerinnen und Fischer schätzen die Elritze, im Volksmund als «Butzli» oder «Barmeli» bekannt, als wichtige Nahrungsquelle von Hecht oder Forelle.

Doch jene Elritzenart, die lange Zeit in der Schweiz als heimisch galt, komme hierzulande gar nicht vor. Neu entdeckt wurde dafür die See-Elritze. Wie die anderen Elritzenarten hat sich auch die See-Elritze an einen spezifischen Lebensraum angepasst. Damit zeige sich, dass die Artenvielfalt in Schweizer Gewässern grösser ist, als bisher angenommen.

Laut SFV ist die Artenvielfalt deshalb auch stärker gefährdet. Unbekannte Arten drohten so verloren zu gehen. Für den SFV stelle sich die Frage: «Wie viele Arten sind bereits verschwunden, ohne dass wir es gemerkt haben?» In den Augen des Vereins macht die Elritze damit auf ein Problem aufmerksam, von dem weitere Kleinfischarten in der Schweiz betroffen sind.

Für die Biodiversität seien Kleinfische unverzichtbar und wichtige Indikatoren für die Gewässerqualität, so der Verein. «Dass in den letzten hundert Jahren in der Schweiz dennoch viele Elritzenpopulationen verschwunden sind, zeigt, wie stark die Gewässerlebensräume in unserem Land unter Druck stehen und ihre ökologische Vielfalt verlieren.»

Gemäss aktuellem Forschungsstand leben mehr als hundert Fischarten in der Schweiz. In drei von vier Fällen stünden diese Arten heute auf der roten Liste; seien ausgestorben, vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet, so der SFV.

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