Beat Villiger inhalierte Droge während Amtszeit
Zuger Ex-Regierungsrat wegen Crack-Konsum verurteilt

Der ehemalige Zuger Regierungsrat Beat Villiger ist unter Drogeneinfluss Auto gefahren. Jetzt wurde er verurteilt. Es ist nicht das erste Mal, dass Villiger im Scheinwerferlicht steht.
Publiziert: 26.04.2023 um 10:28 Uhr
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Aktualisiert: 26.04.2023 um 16:12 Uhr
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Der ehemalige Zuger Regierungsrat Beat Villiger hat während seiner Amtszeit Drogen konsumiert.

Der frühere Zuger Regierungsrat Beat Villiger (66, Mitte) hat während seiner Amtszeit Drogen konsumiert. Die Staatsanwaltschaft Luzern hat ihn zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt, weil er im Sommer 2022 in Luzern nach dem Konsum von Crack Auto gefahren ist.

Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, bestätigte am Mittwoch auf Anfrage einen Bericht des Onlineportals Zentralplus. Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft wurde im März 2023 rechtskräftig.

Mehrere Bussen

Villiger wurde wegen des Konsums von illegalen Betäubungsmitteln und des Fahrens unter Drogeneinfluss mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 80 Franken sowie zu einer Busse von 900 Franken bestraft. Dazu kommen die Verfahrenskosten.

Villiger hatte gemäss Zentralplus an einem Abend im August 2022 in einem Hotel in Luzern Crack konsumiert. Crack basiert auf Kokain und wird mittels Pfeife geraucht. Sechs bis sieben Züge des Stoffes inhalierte er laut Strafbefehl.

Am nächsten Tag ist er in fahruntüchtigem Zustand im Geissensteinquartier Auto gefahren. Dort wurde er von der Polizei kontrolliert.

Vorzeitiger Rücktritt

Einige Tage später, am 5. September, nahm Regierungsrat Villiger eine Auszeit, dies auf ärztlichen Rat hin. Am 19. Oktober trat er vorzeitig und per sofort als Regierungsrat zurück, offiziell aus gesundheitlichen Gründen.

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Villigers Amtszeit hätte Ende 2022 ohnehin geendet, dies, weil er zu den Zuger Gesamterneuerungswahlen vom 2. Oktober nicht mehr angetreten war. Der gelernte Treuhänder gehörte dem Regierungsrat seit 2007 an und stand der Sicherheitsdirektion vor.

Nicht das erste Mal im Scheinwerferlicht

Es ist nicht das erste Mal, dass Villiger abseits der Politik für Schlagzeilen sorgt: Vor einigen Jahren hatte er einer Bekannten ein Auto geliehen, obwohl diese keinen Führerschein besass. Die Staatsanwaltschaft Luzern hatte darauf 2017 eine Strafuntersuchung gegen Villiger eingeleitet. Dies auch, weil die Frau plötzlich einen Kaufvertrag präsentierte, der sie als Besitzerin des Wagens auswies. Es bestand der Verdacht, dass die beiden den Vertrag nachträglich aufgesetzt und rückdatiert hatten. Im Frühling 2018 stellte die Staatsanwaltschaft die Untersuchung aber rechtsgültig ein.

Im Zuge dessen gestand Villiger im «Sonntagsblick»: Die Person, der er das Auto lieh, war seine Affäre. «Wir haben ein gemeinsames Kind. Ich habe eine uneheliche Tochter. Sie kam 2012 zur Welt», sagte er im Interview. Trotzdem wurde Villiger wiedergewählt. (SDA/bro)

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