Russische Funktionäre weiterhin nicht ausgeschlossen
Amherd verliert die Geduld mit dem Olympischen Komitee

Während russische Sportler vielerorts ausgeschlossen werden, kommen Sportfunktionäre unbehelligt davon. Sportministerin Viola Amherd verliert nun die Geduld mit dem Olympischen Komitee.
Publiziert: 16.04.2022 um 10:36 Uhr
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Das Internationale Olympische Komitee unter Thomas Bach schweigt beharrlich zu russischen Funktionären.

Die russische Staatsbürgerschaft wird vielen Athletinnen und Athleten gerade zum Verhängnis: Wegen des Angriffskriegs ihres Landes gegen die Ukraine dürfen sie in vielen Sportarten nicht bei Wettkämpfen antreten. Anders aber die Sportfunktionäre mit russischem Pass: Obwohl nicht wenige mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (69) verbandelt sind und den Krieg teilweise sogar offen unterstützen, kommt ein Grossteil unbehelligt davon.

Das Internationale Olympische Komitee (IOK) ist deswegen international unter Druck, auch die Schweiz hat sich der Kritik angeschlossen. Sportministerin Viola Amherd (59) geht nun die Geduld aus: Sie hat sich nun in einem Brief direkt an Thomas Bach (68), den Präsidenten des IOK gewandt, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

«Weiterer Schritt» gefordert

Amherd schreibt laut Bericht explizit, dass «die Schweiz von der Welt des Sports ein entsprechendes Signal erwartet.» Es sei essenziell, dass russische und weissrussische Funktionäre nicht mehr länger akzeptiert würden, weder in den Führungsgremien der internationalen Sportverbände noch im IOK. Es brauche nun einen «weiteren Schritt» des Komitees.

Vor rund einem Monat hatten mehr als 30 Sportministerinnen und -minister in einer Sport-Deklaration den Ausschluss von russischen und weissrussischen Funktionären aus internationalen Sportverbänden verlangt. Amherd fordert Bach auch auf, sich dafür einzusetzen, dass dies umgesetzt wird.

IOK schweigt beharrlich

Bislang hat das IOK diese Forderung allerdings ignoriert. Kurz nach dem Krieg rief es zwar dazu auf, Sportlerinnen und Sportler sowie Offizielle auszuschliessen, Funktionäre blieben aber bis heute unerwähnt.

Das IOK mit Sitz in der Waadt ist die wichtigste Sportorganisation der Welt, viele Sportverbände sind auf sie angewiesen. (gbl)

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