Darum gehts
- Lea Blattner und EVP starten Aufarbeitung nach homophoben Drohungen im Januar 2026
- EVP plant unabhängige Anlaufstelle für Diskriminierung und Hassfälle innerhalb der Partei
- Keine Hinweise auf Parteimitglieder als Urheber der Hassnachrichten laut EVP
Ein erstes gemeinsames Treffen vor einigen Tagen markiere den Auftakt zum gemeinsam getragenen Aufarbeitungsprozess, teilten Blattner und die EVP Schweiz am Mittwoch in einer gemeinsamen Medienmitteilung mit.
Hassnachrichten nach Coming-Out
Die ehemalige Co-Präsidentin der Jungen EVP Schweiz hatte Mitte Januar ihren Rücktritt bekanntgegeben. Als Grund nannte die Baselbieterin auf Instagram homophobe Drohungen und Hassnachrichten nach ihrem Coming-Out als queere Person. Diese Angriffe verorte sie bei Personen «aus Parteinähe», schrieb Blattner damals.
Momentan würden der Partei keine Hinweise vorliegen, nach denen die Hassnachrichten eindeutig Parteimitgliedern zugeordnet werden können. Die EVP will Lea Blattner auch künftig beim Umgang mit Hassnachrichten unterstützen. Und auch die Strafanzeige Blattners gegen den Absender eines anonymen Drohbriefes trage die Partei mit.
Externe Fachpersonen für Aufarbeitung
Blattner sei wichtig, das aus ihren Erfahrungen nun konkrete Verbesserungen entstehen. Diese Verantwortung nehme die EVP ernst. Die Partei will nun konkrete Massnahmen ergreifen, «um das Umfeld innerhalb der Partei noch sicherer zu machen.»
Geplant sei, eine unabhängige Anlaufstelle für Mitglieder zu errichten, die mit Hass, Diskriminierung oder belastenden Konflikten konfrontiert werden. Für die Aufarbeitung zieht die EVP auch externe Fachpersonen bei, wie die Partei weiter mitteilte. Konkrete Details seien derzeit noch in Ausarbeitung.