Politik-Redaktorin Lea Hartmann zur Ehe für alle
Es geht um Rechte, nicht bloss um Romantik

Auch in der Schweiz ist es homosexuellen Paaren bald möglich zu heiraten. Der Entscheid der Stimmbevölkerung ist ein wichtiger Schritt in Sachen Gleichberechtigung, kommentiert Blick-Redaktorin Lea Hartmann.
Publiziert: 26.09.2021 um 14:42 Uhr
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Aktualisiert: 27.09.2021 um 15:54 Uhr
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Blick-Redaktorin Lea Hartmann.
Lea Hartmann

Es ist erst wenige Wochen her, da habe ich Ja gesagt. Bei einem Schwumm im Rhein hat mich mein Freund gefragt, ob ich ihn heiraten will. Es war eine rhetorische Frage. Schon länger waren wir uns einig, irgendwann einmal ein Ehepaar sein zu wollen.

Für Lesben und Schwule hingegen ging es bisher nicht ums Wollen. Sondern ums Können. Während wir in der Nähe des Zürcher Hauptbahnhofs den Verlobungsring aussuchten, spazierten an jenem Samstag vor dem Schaufenster Frauen und Männer auf dem Weg zur Pride vorbei – um für etwas zu kämpfen, das für uns beide, unsere Eltern und Grosseltern eine Selbstverständlichkeit ist.

Höchste Zeit, dass es das nun auch für gleichgeschlechtliche Paare wird. Das Ja der Schweizer Stimmbevölkerung zur Ehe für alle ist ein Ja zu Gleichberechtigung und Toleranz. Trotz all der Emotionen, die mit dem Thema verbunden sind: Es geht nicht bloss um Romantik, sondern um Rechte. Für die schwulen und lesbischen Paare, aber auch für die Kinder, die in diesen Beziehungen schon heute aufwachsen.

In 16 Staaten Europas können Homosexuelle bereits heiraten. Schön, dass sie bald auch hierzulande sagen können: Ja, wir wollen. Und Ja, wir können.

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