Darum gehts
- Frauen sollen obligatorisch am Orientierungstag der Armee teilnehmen, sagt Bundesrat
- Grüne und SP kritisieren strukturelle Probleme wie sexuelle Belästigung
- Kantone warnen vor Mehrkosten durch die Verfassungsänderung
Künftig soll der Orientierungstag in der Armee auch für Frauen obligatorisch werden; die Vernehmlassung zur nötigen Verfassungsänderung endete am Samstag. Der Bundesrat wolle damit die Chancengleichheit stärken, damit Frauen informiert über einen freiwilligen Dienst entscheiden können, sagte Verteidigungsminister Martin Pfister vorab. Der Vorstoss geht auf ein Postulat von SVP-Nationalrätin Stefanie Heimgartner zurück, die eine Teilnahmepflicht für Frauen am Orientierungstag forderte.
Die SP Schweiz und die Grüne Partei lehnen das Obligatorium ab. Sie verweisen auf strukturelle Probleme in der Armee, insbesondere beim Schutz vor sexueller Belästigung und Gewalt. Die Mitte unterstützt die Vorlage, während sie die Grünliberalen «mutlos» finden. Der Vorschlag löse weder das Alimentierungsproblem, noch liessen sich so mehr Frauen für die Armee gewinnen. Die Kantone äusserten Sorgen wegen der zu erwarteten Mehrkosten.