Darum gehts
- Studie zeigt, Aggressionen sind bei Jugendlichen mit 13 Jahren am höchsten
- Wiederholte Gewalt und mangelnde Reue gelten als besorgniserregende Warnsignale
- 15 Prozent der 13-Jährigen zeigen Aggression, mit 24 Jahren 5 Prozent
Die Gewaltbereitschaft folgt dabei einer klaren Entwicklungskurve, wie aus der im Fachblatt «European Child & Adolescent Psychiatry» veröffentlichten Studie hervorgeht. Sie steigt in der frühen Jugend an und erreicht im Alter von 13 Jahren mit über 15 Prozent Betroffenen ihren Höhepunkt. Danach nimmt die Häufigkeit körperlicher Aggressionen kontinuierlich ab. Mit 24 Jahren zeigten knapp 5 Prozent noch ein solches Verhalten.
Laut den Forschenden handelt es sich meist um einzelne Vorfälle im Kontext von Konflikten während der Pubertät und nicht um systematische Gewalt.
Besorgniserregend ist laut der Studienautorin Lilly Shanahan jedoch, dass zwei von fünf der Betroffenen dieses Verhalten zu mehreren Zeitpunkten zeigten, wie aus der Mitteilung der Universität vom Montag hervorgeht. «Konflikte zwischen Eltern und Jugendlichen sind normal und sogar wichtig für die Entwicklung», so auch Mitautor Denis Ribeaud.
«Einzelne kleinere Ausraster in der Pubertät sollte man reflektieren, sie sind aber nicht unbedingt Grund zur Sorge – ein Muster hingegen schon: Wiederholte körperliche Aggression und deren steigende Intensität sind ebenso Warnsignale wie mangelnde Reue oder aggressives Verhalten auch ausserhalb der Familie.»
Die Studie fand keinen signifikanten Einfluss des Bildungsniveaus oder des sozioökonomischen Status der Familie. Als Risikofaktoren gelten hingegen körperliche Bestrafung durch die Eltern, häufige elterliche Streitigkeiten sowie Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssymptome (ADHS) bei den Jugendlichen.
Das Risiko für körperliche Aggressionen sinkt, wenn Kinder lernen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen. Auch ein unterstützendes Erziehungsumfeld, in dem Eltern Interesse zeigen und emotionale Unterstützung bieten, wirkt sich positiv aus.