Neue Lenkwaffen aus den USA
Amherd rüstet die Armee auf

Die Schweiz und die USA haben einen Beschaffungsvertrag für zusätzliche Lenkwaffen für das Patriot-System unterschrieben. Kostenpunkt: 300 Millionen Franken. Die Budgeterhöhung für die Armee machts möglich.
Publiziert: 31.10.2023 um 13:23 Uhr
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Aktualisiert: 31.10.2023 um 15:54 Uhr
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Die Schweiz setzt auf das amerikanische Boden-Luft-Verteidigungssystem Patriot.

Die Schweizer Armee ist auf Einkaufstour. Ihre neuste Errungenschaft: zusätzliche Lenkwaffen für das Patriot-System. Die Schweiz und die USA haben hierfür einen entsprechenden Beschaffungsvertrag unterschrieben. Die 300 Millionen Franken für die Beschaffung bewilligte das Parlament mit der Armeebotschaft 2023.

Damit soll die Boden-Luft-Verteidigung weiter gestärkt werden. Bereits im Gang ist die Beschaffung von Patriot-Lenkwaffen des Typs PAC-2. Diesen Kauf hat das Parlament schon mit der Armeebotschaft 2022 beschlossen. Lenkwaffen dieses Typs sind laut Armasuisse auf die Abwehr von Flugzeugen, Drohnen und Marschflugkörpern ausgerichtet. Zur Abwehr von Kurzstreckenraketen eignet sie sich aber nur beschränkt.

Kurzstreckenraketen wirksamer bekämpfen

Deshalb bestellen Verteidigungsministerin Viola Amherd (61) und ihre Mannen nun nochmals nach. Gekauft werden Lenkwaffen des Typs PAC-3, die ebenfalls zum Patriot-System passen. Mit dem US-Hersteller Lockheed Martin sei eine sogenannte Offset-Vereinbarung unterzeichnet worden, teilt das Bundesamt für Rüstung Armasuisse mit. Heisst: Der Rüstungskonzern muss einen Teil des Auftragsvolumens mit Aufträgen an Schweizer Unternehmen kompensieren.

Die neuen Lenkwaffen erweitern die bodengestützte Luftverteidigung mit der Fähigkeit, Kurzstreckenraketen wesentlich wirksamer zu bekämpfen. Zudem soll dieser neuste Patriot-Lenkwaffentyp die Durchhaltefähigkeit der Armee erhöhen. Geliefert werden sollen die Lenkwaffen in den Jahren 2028 und 2029.

Luftverteidigung im Fokus

Möglich gemacht hat die Bestellung die vom Parlament wegen des Ukraine-Kriegs beschlossene Erhöhung des Armeebudgets. Die neusten Lenkwaffen könnten so früher beschafft werden als bisher geplant.

Das System Patriot und das neue Kampfflugzeug F-35A sind Teile des Programms Air2030. Weitere Bestandteile sind die Projekte Radar und C2Air. Diese beiden Projekte betreffen den schrittweisen Ersatz beziehungsweise die Erneuerung des Führungs- und Leitsystems der Luftwaffe. Sie wurden in separaten Rüstungsprogrammen bewilligt. (dba)

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