Neue Initiative lanciert
Impf-Skeptiker wollen das Bargeld retten

Die Corona-Pandemie verdrängt Münzen und Banknoten zunehmend aus dem Alltag. Nun lancieren impfskeptische Kreise eine Initiative, um das Bargeld zu retten.
Publiziert: 17.08.2021 um 11:00 Uhr
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Aktualisiert: 17.08.2021 um 16:20 Uhr
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Immer weniger Menschen bezahlen heute noch mit Bargeld.

Bettlerinnen und Bettler sind nicht zu beneiden. Wer hat heute noch Bargeld in der Tasche, wovon er ab und zu einen Einfränkler abgeben könnte? Die Corona-Pandemie und die fortschreitende Digitalisierung verdrängen Münzen und Banknoten zunehmend aus unserem Alltag.

Dagegen wehrt sich nun ein Komitee mit einer Initiative, die das Bargeld retten will. Konkret verlangen die Initianten aus den Reihen der Freiheitlichen Bewegung Schweiz (FBS), dass der Bund sicherstellt, «dass Münzen oder Banknoten immer in genügender Menge zur Verfügung stehen». Laut Angaben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) waren 2019 in der Schweiz durchschnittlich 5,7 Milliarden Münzen und 488,1 Millionen Banknoten im Umlauf.

Sorge vor Überwachung

Die Initianten wollen zudem in die Verfassung schreiben, dass ein Ersatz des Schweizer Frankens durch eine andere Währung Volk und Ständen zur Abstimmung unterbreitet werden müsste. Dies wäre wohl heute bereits der Fall, würde sich die Schweiz etwa dazu entscheiden, den Euro zu übernehmen.

Die Urheber der Initiative fürchten sich, dass der zunehmenden Einsatz digitaler Bezahlmittel mehr Überwachung bedeutet. Sie warnen vor einem «gläsernen Bürger». Zudem denke man an ältere Menschen, von denen viele keine Kreditkarte besitzen wollen würden.

Bargeld immer unbeliebter

Dass Münzen und Banknoten an Popularität einbüssen, stellte jüngst die Schweizerische Nationalbank (SNB) in einer Umfrage fest. Zwar wird Bargeld von der Bevölkerung nach wie vor am häufigsten für Zahlungen eingesetzt, doch die Nutzung ist markant eingebrochen.

Wurden 2017 noch 70 Prozent der Zahlungen mit Bargeld beglichen, waren es 2020 nur noch 43 Prozent. Der Anteil Zahlungen mit Debitkarten stieg hingegen innert drei Jahren von 22 auf 33 Prozent. Besonders beliebt ist Bargeld nach wie vor bei Tessinerinnen und Tessinern, Menschen über 55 Jahren und Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen.

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Stopp-Impfpflicht-Initiative fast im Ziel

Die Freiheitliche Bewegung Schweiz (FBS) hat eineinhalb Jahre Zeit, die nötigen 100'000 Unterschriften zu sammeln. Dass sie dazu in der Lage ist, beweist sie aktuell mit ihrer Stopp-Impfpflicht-Initiative.

Die Initiative, die einen Impfzwang verbieten will, wurde im Dezember lanciert und hat zur Hälfte der Sammelfrist bereits 94'000 Unterschriften. Das Ziel der Initianten ist es, noch diese Woche die 100'000er-Marke zu knacken. (til)

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