Nach schwulenfeindlichen Äusserungen
Juso-Molina beschimpft Bortoluzzi als «Arschloch»

Nach seinem Rundumschlag muss SVP-Mann Bortoluzzi heftige Kritik einstecken. Juso-Chef Molina findet ihn «armselig». Und findet, das «Arschloch» gehöre abgewählt.
Publiziert: 12.06.2014 um 12:43 Uhr
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Aktualisiert: 05.10.2018 um 05:17 Uhr
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SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi sorgte gestern für Aufsehen – und einen Aufschrei. In einem Artikel der Zeitschrift «Beobachter» äusserte er seine Ansichten zu schwulen und lesbischen Menschen deutlich.

«Fehlgeleitet» seien Homosexuelle. Ausserdem zeigten sie ein «unnatürliches Verhalten». Und gleichgeschlechtliche Paare hätten «einen Hirnlappen, der verkehrt läuft», sagte Bortoluzzi weiter.

Die Aussagen des Zürcher Schlachtrosses sorgten für Konsternation bei Schwulen-Organisationen – Pink Cross erwägt eine Klage gegen den SVP-Mann. Die klarsten Worte findet derweil Juso-Chef Fabian Molina. Er empfiehlt via Facebook «das Arschloch» 2015 abzuwählen.

Juso-Chef hält an Beschimpfung fest

Molina beruft sich auf Anfrage auf die Meinungsäusserungs-Freiheit und sagt: «Wenn jemand ein Arschloch ist, darf man ihn auch als solches bezeichnen.»

Denn mit seinen Aussagen über Homosexuelle, Singles und Menschen mit wechselnden Partnern verunglimpfe er einen grossen Teil der Bevölkerung. «Das ist entlarvend für seine Weltanschauung», sagt Molina.

Genervt zeigt sich der schwule SVP-Politiker Thomas Fuchs. Er verurteilt zwar Bortoluzzis Aussagen scharf. «Das geht gar nicht», so der Berner. Molinas Attacke auf seinen Parteikollegen sei aber deplatziert.

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SVP-Fuchs besorgt: Internet-Beschimpfungen nehmen zu

Auch von Präsidenten von Jungparteien verlange er ein «Minimum an Anstand». Bortoluzzi sollte Molina am besten anzeigen, findet er. Dass sich Fuchs mit solchen Entgleisungen beschäftigt, hat mit seinen Erfahrungen zu tun.

Immer wieder werde er – vor allem von jungem Publikum – wegen seiner sexuellen Orientierung angegriffen. Eine «schwule Sau» sei er, kriegt Fuchs etwa zu hören. Diese «Verrohung» in der politischen Kommunikation im Internet mache ihm Sorgen, sagt er. 

Sicher ist: Die politische Tonalität ist nicht nur im WWW scharf. So soll etwa auch FDP-Chef Philipp Müller einen Banker als «Arschloch» tituliert haben.

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