Nach Missbrauchsskandal
Bundesrat erwartet von katholischer Kirche gründliche Aufarbeitung

Der Bundesrat erwartet von der katholischen Kirche eine rasche und gründliche Aufarbeitung der sexuellen Missbräuche. Er erwarte auch, dass die katholische Kirche die Missbräuche wirksam bekämpfe.
Publiziert: 19.09.2023 um 08:54 Uhr
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Eine Untersuchung brachte über 1000 Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche ans Licht.

Der Bundesrat erwartet von der katholischen Kirche eine rasche und gründliche Aufarbeitung der sexuellen Missbräuche. Das schreibt er in einer Antwort auf eine im Nationalrat eingereichte Frage.

Er erwarte auch, dass die katholische Kirche die Missbräuche wirksam bekämpfe, heisst es in der Antwort weiter. Die Landesregierung schreibt auch, die neuen Erkenntnisse über das Ausmass von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche machten den Bundesrat betroffen.

Kantone zuständig

Weiter heisst es in diesem Text, es sei nicht Sache des Bundesrats, die Rolle des päpstlichen Nuntius in der Schweiz in dieser Angelegenheit zu beurteilen. Für die Regelung des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat seien die Kantone zuständig.

Auf die Zuständigkeit der Kantone verweist der Bundesrat auch bei einer weiteren Frage, ob er angesichts des Missbrauchsskandals bereit ist, im Steuerharmonisierungsgesetz die Möglichkeit zur Befreiung der Kirchensteuer für Unternehmen in Erwägung zu ziehen. «Es liegt in der Kompetenz der Kantone, zu entscheiden, ob und wie sie eine Kirchensteuer für juristische Personen erheben wollen», hält die Landesregierung fest.

Katholische Kleriker und Ordensangehörige haben in der Schweiz in den vergangenen 70 Jahren mindestens 1002 Fälle von sexuellem Missbrauch begangen. Das zeigt die erste Analyse von Geheimarchiven römisch-katholischer Institutionen durch Historikerinnen und Historiker der Universität Zürich. Ihr Bericht wurde vergangene Woche der Öffentlichkeit vorgestellt. (SDA/rus)

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