Missbrauch
Kirchen-Dachorganisation könnte Kirchensteuern an Bischöfe stoppen

Druck zur Aufklärung über die Kirchensteuer: So will die oberste Katholikin der Schweiz die Bischöfe dazu bringen, die Missbrauchsfälle aufzuklären.
Publiziert: 17.09.2023 um 04:03 Uhr
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Aktualisiert: 17.09.2023 um 09:12 Uhr
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«Ich schliesse nicht aus, dass wir zukünftig den Bischöfen die Geldzahlungen verweigern, sollte sich zu wenig bewegen», sagte Renata Asal-Steger, Präsidentin der RKZ. (Archivbild)

Keine Kirchensteuer mehr für störrische Bischöfe – so die Idee der Präsidentin der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ). «Ich schliesse nicht aus, dass wir zukünftig den Bischöfen die Geldzahlungen verweigern, sollte sich zu wenig bewegen.»

Würden alle zehn Kantone, die dem Bistum Basel einen Teil der Einnahmen aus der Kirchensteuer abliefern, bei diesem Boykott mitmachen, fehlten dem Bischof 3,8 Millionen Franken – «er könnte dadurch seine Aufgaben nicht mehr wahrnehmen», sagte Renata Asal-Steger, Präsidentin der Dachorganisation der kantonalen Landeskirchen, in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Die RKZ ist Verwalterin der Kirchensteuern.

Aufhebung des Pflichtzölibats

Laut Asal-Steger müsse die Kirche die Frauenbeteiligung, die Gewaltenteilung im Kirchenrecht sowie die Sexualmoral überdenken, um die Probleme zu lösen. Die grundlegenden Strukturen, die Missbrauchsfälle ermöglichten, müssten geändert werden, so Asal-Steger. 

Sie fordert im Interview mit der «SonntagsZeitung» auch ein Ende des Pflichzölibats für Priester. «Wer diese Lebensform für sich richtig findet, soll sie weiterhin leben dürfen, sie soll aber nicht mehr Pflicht sein für den Priesterberuf.»

Sie ist auch Mitglied des RKZ-Gremiums, das Missbrauchsopfer der Kirche entschädigt. Der Maximalbetrag dafür belaufe sich auf 20'000 Franken. (SDA/neo)

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