Last-Chance-Tourismus
Gletscher können laut Forschern «zu Tode geliebt» werden

Schmelzende Gletscher ziehen Touristen an, doch Forscher warnen: Die Eislandschaften könnten durch «Last-Chance-Tourismus» zerstört werden. Ein Lausanner Team kritisiert technische Massnahmen wie Geotextilien als schädlich und klimaschädlich.
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Immer mehr Touristinnen und Touristen zieht es zu schmelzenden Gletschern, wie zum Morteratschgletscher auf dem Bild. (Archivbild)
Foto: JEAN-CHRISTOPHE BOTT
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Der Ansturm auf schmelzende Gletscher wird zum Problem. Laut Forscherinnen und Forschern könnte der Tourismus die fragilen Eislandschaften bedrohen, die er eigentlich erlebbar machen will.

Ein internationales Team unter Leitung der Universität Lausanne warnt in der Fachzeitschrift «Nature Climate Change» davor, dass Gletscherlandschaften von Touristinnen und Touristen «zu Tode geliebt» werden könnten. Der Kommentar der Forschenden wurde am Montag veröffentlicht.

Das Bewusstsein für den Klimawandel habe den sogenannten «Last-Chance-Tourism» zu den Gletschern stark befördert. Die Tourismusbranche reagiere darauf mit technischen Massnahmen wie dem Abdecken von Eisflächen mit sogenannten Geotextilien oder mehr Infrastruktur.

Die Forschenden kritisieren solche Anpassungen. Sie würden die Ursachen des Klimawandels nicht angehen und könnten neue Probleme wie Mikroplastikverschmutzung schaffen oder den CO2-Fussabdruck etwa durch angebotene Touristen-Helikopterflüge erhöhen.

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