Es war die grosse Frage für die Schweiz an diesem Weltwirtschaftstreffen: Kommt es zu einem Treffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump (79)? Am Abend verkündete Bundespräsident Guy Parmelin (66) die erleichternde Nachricht: Ein Treffen mit Trump hat stattgefunden. Alles andere wäre eine Klatsche für das Gastland des WEFs gewesen.
Eine Klatsche hat die Schweiz aber so oder so kassiert. In seiner Rede zog Trump unverhohlen über die Schweiz her. Sie sei nur deshalb so reich, weil sie den Amerikanern steuerbefreite Uhren habe verkaufen können. Ohne die USA wäre die Schweiz nichts.
Auch Finanzministerin Karin Keller-Sutter (62) nahm Trump ins Visier – ohne sie namentlich zu nennen. Vor der versammelten Weltpresse äffte er sie nach: Immer wieder habe sie betont, die Schweiz sei ein kleines Land, und ihn aufgefordert: «Das können Sie nicht tun.» Das habe ihn «irritiert».
«Das ist Diplomatie»
Und wie reagiert die Schweiz? Die Medienkonferenz des Bundespräsidenten ist ein einziges Ausweichmanöver. Man hätte meinen können, Trumps Rede habe nie stattgefunden. «Davos wäre nicht Davos ohne den US-Präsidenten», sagte Parmelin stattdessen. Das Treffen sei kurz, aber höflich gewesen. Darauf angesprochen meinte Parmelin nur: «Das ist Diplomatie.»
Tatsächlich steckt die Schweiz in einer Zwickmühle. Parmelin will kein Geschirr zerschlagen, denn der Zoll-Deal ist noch immer nicht unterschrieben. Zwar ist auf US-Seite momentan der Handelsbeauftragte Jamieson Greer zuständig – allerdings hat die Vergangenheit gezeigt: Am Ende zählt nur die Unterschrift des Präsidenten. Hat Trump keine Lust, gibt es keinen Deal.
Seine Rede war zumindest kein gutes Omen. Wiederholt sprach Trump von Zöllen von 30 Prozent – und ignorierte dabei, dass für die Schweiz seit dem 14. November rückwirkend ein Zollsatz von 15 Prozent gilt. Auch das angeblich hohe Handelsdefizit mit der Schweiz brachte er erneut ins Spiel.
Friedensinitiative könnte der Schweiz zum Verhängnis werden
Zusätzlich steht die Schweiz vor einer weiteren heiklen Entscheidung: einer Einladung zu Trumps Friedensinitiative. Eigentlich kann Bern kaum zustimmen. Beobachter sehen das sogenannte «Peace Board» als Gegenprojekt zur UNO, Trump will sich als alleiniger Vorsitzender einsetzen. Doch was passiert mit dem Zoll-Deal, wenn die Schweiz ablehnt? Den Franzosen drohte Trump mit 200 Prozent Zöllen auf Wein, nachdem Präsident Emmanuel Macron (48) abgesagt hatte.
Auf die Fragilität des Deals wollte Parmelin nicht eingehen. Die Schweiz sei bereit für eine Einigung, betonte er. Momentan sei auf US-Seite Handelsbeauftragter Jamieson Greer (46) zuständig, mit ihm stehe man in ständigem Kontakt.
«Ihr seid schwach»
Wie unberechenbar Trump bleibt, zeigte sich kurz nach dem Treffen einmal mehr. Nachdem er Keller-Sutter zuvor öffentlich brüskiert hatte, sagte er hinter verschlossenen Türen über sie: «She’s tough.»
Danach setzte er stattdessen seine anwesenden Minister in den Sand. Dem Aussenminister Marco Rubio (54), Handelsbeauftragte Greer, Finanzminister Scott Bessent (63) und Handelsminister Howard Lutnick (64) warf er an den Kopf: «You’re weak». Ihr seid schwach.
Ein Kompliment für die Bundesrätin – oder nur die nächste Volte eines Präsidenten, auf dessen Gunst Bern angewiesen bleibt.
Die Medienkonferenz ist zu Ende
Die Fragerunde der Journalisten endet, damit ist auch die Medienkonferenz zu Ende.
Trump spricht von 30 Prozent – ist er bereit für einen Deal?
Trump hat in seiner Rede wiederholt von 30 Prozent Zöllen gesprochen. Ist er bereit, den Zoll-Deal für einen Satz von 15 Prozent zu unterschreiben? «Jetzt müssen wir verhandeln», sagt Parmelin. Der Handelsbeauftragte Jamieson Greer sei jetzt zuständig. Es sei ein gutes Zeichen, dass dieser beim Treffen dabei gewesen sei. Man sei ständig in Kontakt. Auf Schweizer Seite sei man bereit für eine Einigung. Allerdings ist auch klar: Trump war in seiner Rede nicht auf dem neusten Stand. Seit dem 14. November gelten für die Schweiz 15 Prozent Zölle.
Treffen dauerte 15 Minuten
Das Treffen hat 15 Minuten gedauert, sagt Parmelin auf Nachfrage eines Journalisten.
Keller-Sutter ist «tough»
Parmelin hält sich zu Trumps Rede und Aussagen über Keller-Sutter bedeckt. Allerdings erzählt er eine kleine Episode des Treffens. Trump habe zu Keller-Sutter gesagt: «She's tough».
Treffen mit Milei und Vucic
Parmelin erzählt auch, welche sonstigen Treffen am Tag stattgefunden haben. Er hat unter anderem den argentinischen Präsidenten Javier Milei, Gianni Infantino, und Serbiens Präsidenten Aleksandar Vucic getroffen.
Hat Parmelin die Schweiz verteidigt?
In seiner Rede hat Trump gegen die Schweiz ausgeteilt und auch Karin Keller-Sutter nachgeäfft. Hat Parmelin dies auch in seiner Rede erwähnt? Die Inhalte des Gesprächs kommentiere man nicht, sagt Parmelin.
Auch Keller-Sutter und Cassis mit dabei
Neben Parmelin sind auch Ignazio Cassis und Karin Keller-Sutter am Treffen mit dabei gewesen. «Ich habe kurz unser System erklärt», sagt Parmelin. In seiner Rede hat Trump Keller-Sutter nämlich als «Präsidentin oder Premierministerin» bezeichnet.
Parmelin hat Trump getroffen
Das Treffen sei lange vorbereitet getroffen. «Wenn der US-Präsident nicht in Davos ist, ist es nicht wirklich Davos». Er hat eine kleine Delegation getroffen. Die amerikanische Delegation sei unerwartet wichtiger gewesen als vorgesehen. Neben Trump und Rubio seien auch Marco Rubio, Scott Bessent, Susie Wiles und Callista Gingrich mit dabei gewesen.
Bundespräsident Guy Parmelin tritt vor die Medien
Eigentlich interessiert nur eine Frage: Kam es zum Treffen mit Trump? Parmelin kommt aber nicht gleich zum Punkt. Er erzählt zuerst, welche Treffen er alles im Verlauf des Tages hatte.
Medienkonferenz auf 17.30 Uhr angesagt
Bundespräsident Guy Parmelin soll um 17.30 Uhr vor die Medien treten. Blick berichtet live.