Die EDU forderte in ihrem Vorstoss von Mitte April, dass sich der Regierungsrat für ein Verbot der Messe einsetze. Die kleine Partei ärgerte sich darüber, dass die Sexmesse als «Werbeveranstaltung der Sex- und Pornoindustrie einen völlig unwürdigen Umgang mit der Sexualität und Geschlechtlichkeit» propagiere.
Und dass diese in den Hallen der Messe Schweiz AG in Oerlikon stattfindet, stiess ihr zusätzlich sauer auf. Denn die AG befinde sich ja in öffentlicher Hand: So werde mit Hilfe der Regierung eine respektlose, gewaltfördernde und degradierende Sexualität gezeigt und ein menschenverachtendes Geschäft legitimiert.
Kein Verständnis für Erregung
Der Zürcher Regierungsrat versteht diese Erregung nicht: Weder am Grundstück noch an der Liegenschaft in Oerlikon sei der Kanton direkt beteiligt, hält er in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort fest. Es handle sich um keine öffentliche Liegenschaft.
Zudem sei die Messe Schweiz AG ein privatwirtschaftliches Unternehmen mit Beteiligung von Körperschaften des öffentlichen Rechts, schreibt die Regierung. Der Kanton Zürich halte einen Anteil von vier Prozent des Aktienkapitals und stelle im elfköpfigen Verwaltungsrat ein Mitglied. Sein Einfluss sei damit begrenzt.
Einen Handlungsbedarf sieht die Regierung aber ohnehin nicht: «Solange Messen innerhalb des gesetzlichen Rahmens stattfinden und nicht direkt durch öffentliche Gelder unterstützt werden, besteht für den Regierungsrat kein Grund, sich zu diesen Veranstaltungen zu äussern oder sie gar zu untersagen.»
Polizei ist aber vor Ort
Im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags werde die Stadtpolizei Zürich an Ort und Stelle sein. Sollte sich dabei der Verdacht auf strafbare Handlungen ergeben, werde das Notwendige veranlasst, schliesst die Regierung ihre kurze Antwort.
Eine ähnliche Antwort hatte sie schon ein Jahr zuvor gegeben. Bereits damals hatte sich die EDU gegen die jährliche Erotikmesse gewehrt. Die «Extasia» fand 2017 als auch 2018 dennoch statt. (sda)