Der langjährige Nationalrat und Grossrat Urs Jutzet ist am Samstag 74-jährig gestorben. Er war der Initiant des Sprachenartikels des zweisprachigen Kantons.
Auf Anfrage von Keystone-SDA bestätigte die Redaktion der «Freiburger Nachrichten» den Eingang der Todesanzeige. Zuvor hatte das Medium auf ihrem Newsportal über den Todesfall berichtet.
Jutzet war 1995 bis 2007 Nationalrat. Er präsidiert unter anderem die Aussenpolitische Kommission. Zudem war er Mitglied der Rechtskommission.
1985 wurde er bei der Kantonsrichterwahl im dritten Wahlgang von Anwalt Pierre Corboz geschlagen, wie der Webseite des Kantons zu entnehmen ist. Diese Niederlage war der Ausgangspunkt einer Initiative für die Wahl der Richter durch das Volk, die 1989 abgelehnt wurde. Der Freiburger wurde zum Ersatzrichter am Kantonsgericht und am Bundesgericht ernannt.
1981 kandidiert er erfolglos für das Oberamt des Sensebezirks, wie es weiter heisst. Im gleichen Jahr wurde er als Abgeordneter dieses Bezirks in den Grossen Rat gewählt, dem er bis 1995 angehörte. Er setzte sich dort dafür ein, dass Deutsch und Französisch als gleichberechtigte Amtssprachen anerkannt werden. Seine Motion führt zur Revision des Sprachenartikels der Kantonsverfassung (1990). Von 1988 bis 1994 war er SP-Fraktionschef, und 1995 präsidierte er den Grossen Rat.
2006 wurde er in den Staatsrat gewählt und übernahm die Sicherheits- und Justizdirektion. 2011 war er Staatsratspräsident, 2016 trat er aus dem Staatsrat zurück.
Jutzet wurde am 7. Mai 1951 in Freiburg geboren und studierte an der Universität Freiburg Rechtswissenschaften. Er war verheiratet und hat vier Kinder, wie es auf der Kantonswebseite weiter heisst.