Donald Trumps wütende Abrechnung mit der ganzen Welt
«Dumm. Verlogen. Lächerlich. Traurig»

Trump will US-Präsident werden. Obwohl der blonde Tycoon anscheinend alles verachtet. Ausser sich selbst. Täglich beleidigt er im Online-Nachrichtendienst Twitter die Welt – und offenbart, wer er wirklich ist. Die «New York Times» hat alles gesammelt. Eine Auswahl.
Publiziert: 26.10.2016 um 00:24 Uhr
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Aktualisiert: 30.09.2018 um 21:43 Uhr
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Täglich beleidigt Trump im Online-Nachrichtendienst Twitter die Welt.
Auswahl und Übersetzung: Peter Hossli

Barack Obama (54), amerikanischer Präsident
«Schwach und wirkungslos», «redet nur und liefert nichts», «schrecklich», «er ist einfach nur schlecht», «seine Einstellung ist furchtbar», «ist unser Präsident noch normal?», «vermutlich der schlechteste Präsident der Geschichte», «sieht extrem lächerlich aus, tönt extrem lächerlich», «gescheitert», «schwaches Vorbild», «versucht, mit seinen miesen Taten Israel zu zerstören», «hat keine Ahnung», «lebt in einer Fantasiewelt», «zerstörerisches Urteilsvermögen», «handelt nur miese Verträge aus», «weidet das Militär aus».

Hillary Clinton (68), Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Ex-Senatorin
«Einfach unfähig, eine Rede zu halten», «zu 100 % fremdkontrolliert», «ihre Leistung ist so schlecht», «sie sah verloren aus», «total unfähig als Managerin und als Vorgesetzte», «keine Kraft und kein Stehvermögen», «hat Angst vor Obama und ihren Mails», «versteht nichts so gut wie Korruption», «schwach und wirkungslos», «illoyale Person», «hat im TV-Duell gelogen», «traurig», ­«lächerlich», «total fehlerhafte Kandidatin», «Gaunerin», «verlogen», «korrupt», «lächerlich», «eine Betrügerin», «rücksichtslos und gefährlich», «wäre nochmals vier Jahre reine Dummheit», «liest schlecht vom Teleprompter ab», «nicht ehrlich», «unfähig, Präsidentin zu sein», «hat Amerika betrogen», «ist unfähig, mit der Komplexität des Islamischen Staates umzugehen», «sooooo schuldig», «ist gekauft von der Wall Street und von Lobbyisten», «will unser Land überschwemmen mit syrischen Immigranten, über die wir nichts wissen», «krankhafte Lügnerin», «total verwirrt», «Heuchlerin!», «die korrupteste Person, die sich je für das Amt des US-Präsidenten beworben hat», «eine Marionette der Wall Street», «sollte im Gefängnis sein», «keine Lösungen, keine Ideen, keine Glaubwürdigkeit», «sie sagt alles und verändert nichts», «liebt es, zu lügen», «wenn wir der Gaunerin die Regierung überlassen, wird die Geschichte 2017 als Jahr in Erinnerung behalten, in dem Amerika seine Unabhängigkeit verloren hat», «du hast versagt, versagt, versagt».

Bill ­Clinton (70), Gatte von Hillary Clinton, Ex-US-Präsident
«Hat eine Vorliebe für Sexismus», «so unanständig», «schrecklich, völlig gescheitert», «ist als Rassist bezeichnet worden», «Heuchler», «kein Politiker der US-­Geschichte war schlimmer zu Frauen als er», «was Bill getan hat, war dumm!», «total überschätzt», «der wilde Bill».

Bernie Sanders (75), Senator von Vermont, unterlag Hillary in den Vorwahlen
«Gestörter», «kann nicht einmal sein eigenes Mikrofon verteidigen», «sehr traurig», «es wäre so einfach, ihn zu schlagen», «verrückt», «hat seine Anhänger im Stich gelassen», «reine Zeitverschwendung», «hat sich verkauft», «will einfach nur nach Hause gehen und schlafen», «ist Bernie zu Hause und eingeschlafen?»

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Michael Bloomberg (74), Ex-Bürgermeister von New York, Milliardär, Unternehmer
«Klein», «hatte nie die Eier, für das Präsidentenamt zu kandidieren», «seine letzte Amtszeit als Bürgermeister war ein Desaster».

Angela Merkel (62), deutsche Bundeskanzlerin
«Ruiniert Deutschland.»

Whoopi Goldberg (60), Schauspielerin («Ghost»)
«Befindet sich im freien Fall», «schrecklich», «sehr traurig».

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Samuel L. Jackson (67), Schauspieler («Pulp Fiction»)
«Macht zu viele TV-Spots – langweilig», «bin kein Fan», «betrügt», «mag den Golfschlag von Samuel L. Jackson nicht, ist kein Athlet».

John McCain (80), Senator von Arizona, ­Präsidentschaftskandidat 2008
«Dummchen», «war der schlechteste Student seines Jahrgangs», «kümmert sich ganz lausig um Veteranen», «hat uns im Stich gelassen», «unfähig, ­irgendetwas zu ­tun», «seine Sprache stinkt», «hat in den Vorwahlen um meine Hilfe gebettelt (die ich ihm gegeben habe, er hat gewonnen)».

Alicia Machado (39), Ex-Miss-Universe
«Meine schlechteste Miss U.», «eine Betrügerin», «scheusslich (schaut euch die Sex-­Videos und ihre Vergangenheit an»).

Colin Powell (79), Ex-Aussenminister, Ex-General
«War nie ein Fan», «miserables Verständnis von Massenvernichtungswaffen».

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Carly Fiorina (62), erfolglose Präsidentschaftskandidatin der Republikaner, Ex-CEO von Hewlett-Packard
«Wer Carly Fiorina länger als zehn Minuten zuhört, erhält massives Kopfweh», «hat null Chancen», «ihre Leistung ist schrecklich», «ihr Wahlkampf ist gescheitert», «ihr Wahlkampf ist tot».

Mitt Romney (69), Ex-Gouverneur von Massachusetts, 2012 Präsidentschaftskandidat der Republikaner
«Warum würde irgendeiner Mitt Romney zuhören?», «hat eine Wahl verloren, die leicht zu gewinnen gewesen wäre», «bin nicht auf seinen wütenden Rat angewiesen», «so komisch und so dämlich», «einer der dümmsten und schlechtesten republikanischen Kandidaten der Geschichte», «gescheiterter Präsidentschaftskandidat», «hat keine Ahnung, wie man gewinnt», «ein Desaster von einem Kandidaten, der keine Eier hat und völlig eingebrochen ist», «ein kompletter Witz – und jeder weiss es!», «ist eingebrochen wie ein Hund», «wirklich traurig».

IS-Terroristen
«Schläger», «Verlierer».

Paul D. Ryan (46), Mehrheitsführer im ­Repräsentantenhaus
«Sehr schwach», «unwirksam», «illoyal», «bekämpft immer den republikanischen Kandidaten», «weiss nicht, wie man gewinnt», «macht absolut nichts».

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David Brooks (55), Kolumnist der «New York Times»
«Ist nah dran, der Dümmste von allen zu sein», «hat ­keine Ahnung», «einer der dümmsten Kommentatoren von allen», «er hat ­keine Ahnung von der ­realen Welt», «eine Witz­figur», «ein Dummkopf».

Graydon Carter (67), Chefredaktor «Vanity Fair»
«Ein totaler Verlierer», «schlampig», «schmuddelig».

China
«Schrecklich.»

Deutschland, Nato-Partner
«Die Deutschen werden gerade massiv attackiert von Migranten, die ins Land gelassen wurden», «eine totale Sauerei, hohe Kriminalität».

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Grossbritannien, Nato-Partner
«Versucht verzweifelt, das massive Problem mit Muslimen zu verheimlichen.»

Iran
«Macht hinter unserem Rücken viele schlimme Sachen.»

Mexiko, Nachbarland der USA
«Nicht unser Freund», «sie bringen uns um», «unglaublich korrupt», «wir erhalten die Mörder, die Drogen, die Verbrechen, sie erhalten das Geld», «total korrupte Regierung», «total korrupt».

Saudi-Arabien, Öl-Land
«Ohne uns längst weg.»

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USA
«Sind die Müllhalde der Welt geworden», «sind schon wieder ausgebremst worden», «Iran hat uns ausgebremst, in dem es einen seiner besten Deals aller Zeiten gemacht hat», «wir lassen wissentlich Kriminelle in unserem Land leben», «wir sind schwach», «erinnern zunehmend an einen Papiertiger», «haben komplett die Kontrolle über die Immigration verloren, sogar mit Kriminellen», «sehen alles andere als gut aus», «sehen nicht gerade klug aus», «sind nicht hartgenug», «es wird alles nur schlimmer».

Washington D. C., Hauptstadt der USA
«Eine Sauerei», «nichts funktioniert».

CNN, Nachrichtensender
«Ausgehungerte Zuschauerzahlen», «berichtet nicht aufrichtig über mich», «warum schaffen sie es nicht, die Wahrheit zu sagen?», «einfach nur dumm», «miese Reporter», «berichtet nur Negatives», «total einseitig und befangen gegen mich, es wird langweilig», «so negativ, es wird unmöglich zu schauen», «Clinton News Network», «die Sendungen sind absehbarer Müll», «eine grosse Lüge», «verliert jegliche Glaubwürdigkeit», «ich schaue nicht mehr zu», «toter Sender», «die Gäste werden für die Gaunerin Hillary ausgesucht», «das Schlimmste», «traurig», «tiefe Einschaltquoten», «die Berichte über mich sind fiktiv, eine Schande für die TV-Branche, ein verlängerter Arm des Teams Clinton», «langweilige Anti-Trump-Redner, die meisten sind Verlierer», «so negativ», «wirklich mies», «jeder weiss, sie sind befangen», ­«total unehrlich», «Betrug».

CNBC, Nachrichtensender
«Lächerliches Debattenformat», «verbreitet fiktive Umfrage-Ergebnisse», «verrückt».

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Kasich-Cruz-Pakt, ein Versuch der Republikaner Ted Cruz und John Kasich, Trump in den Vorwahlen auszubremsen
«Ein Witz», «niemand hält sich daran», «fast tot», «sehr dumm», «lächerlich», «dumm», «tot, bevor es angefangen hat».

«New York Times», einflussreiche US-Zeitung
«Am Scheitern», «schlecht geführt», «Trottel», «haben alle möglichen schlechten Entscheide gefällt in den letzten zehn ­Jahren», «inkompetent», «die brauchen sehr schnell viel ­Hilfe», «sollten sich auf faire Berichterstattung konzentrieren», «langweilige Artikel», «fraglos eine der schlechtesten Zeitungen überhaupt», «sie publizieren wissentlich Lügen», «ein Witz», «sie haben schon wieder eine Attacke über mich veröffentlicht», «total unehrlich», «ein abscheulicher Betrug», «jeder Artikel ist unfair und einseitig», «diese Leute sind krank», «die Zeitung der Fiktion», «eine sterbende Zeitung», «ein Revolverblatt, über das alle lachen».

Wahlen 2016
«Sie sind gefälscht», ­«gefälscht», «werden von den Medien gefälscht, koordiniert von Clintons Team», «total ­gefälscht», «gefälscht von den Medien».

Vorwurf der ­Sex-Attacke. Über ein Dutzend Frauen sagen, Trump habe sie belästigt
«100 % erfunden», «erfunden», «verbreitet von den Medien und dem Team Clinton», «könnte die Gedanken der amerikanischen Wähler vergiften», «total erfundener Blödsinn, um die Wahl zu klauen», «erfundene Vorfälle, die nie stattfanden», «total falsch», «längst bewiesen: Es ist eine Erfindung».

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Clinton-Stiftung
«Eine kriminelle Organisation.»

George W. Bush (70), Ex-Präsident der USA
«Verlangt 120 000 Dollar für eine langweilige Rede», «nicht nett», «das World Trade Center stürzte ein, als er Präsident war», «keine Bushs mehr».

Jeb Bush (63), erfolgloser republikanischer Präsidentschaftskandidat
«Marionette», «Person mit sehr wenig Energie», «sehr schwach bei der Immigration», «hat keine Ehre», «hat eben seine Brille durch Kontaktlinsen ersetzt», «hat aufgegeben und sein Mami und seinen Bruder aufgeboten», «ein weiterer Politiker ohne Ahnung», «mit Abstand der Schwächste von allen», «verzweifelt», «eine lächerliche Figur», «traurig», «Leichtgewicht», «musste Mami einfahren, um mich anzugreifen», «ein trauriger Fall», «verzweifelt».

Megyn Kelly (45), TV-Moderatorin Fox News
«Hat heute Abend total versagt», «Leichtgewicht», «kein Moderator ist mehr überschätzt als sie», «ist sehr schlecht im Kopfrechnen», «lügt», «so durchschnittlich in allem, was sie tut», «lohnt sich nie, ihr zuzuschauen», «verrückt», «ich weigere mich, Megyn Kelly ein Häschen zu nennen, das wäre nicht politisch korrekt», «krank», «verrückt», «ohne mich hätte sie keine Zuschauer».

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Republikaner. Die Partei von Donald Trump
«selbstsüchtig gegen mich», «so naiv», «illoyal», «eine kleine Gruppe, die massive und peinliche Verluste erlitten hat».

Der perfekte Rüpel

Es gibt unzählige Widerlinge: Betrüger, Sexisten, Grobiane, Ehebrecher, Spekulanten, Rassisten.

Donald Trump ist die nicht für möglich gehaltene Kombination all dessen. Ein 360-Grad-Rüpel. Er beleidigt Menschen, Staaten, Medien. In Tausenden Tweets. Wir widmen dem

Phänomen diese Doppelseite. Konsterniert, aber auch fasziniert von Trumps moralischem Tiefflug.

Die Welt, mit der amerikanischen Psyche nicht genug vertraut, durchlebt seit Beginn des US-Wahlkampfs die fünf Phasen der Trauer: Leugnen (so einer wird nie Kandidat), Zorn (die spinnen, die Republikaner!), Hoffen (vielleicht ist er doch nicht so schlimm?), Depression (er ist noch viel schlimmer). Die letzte Phase der Trauer, die Akzeptanz, werden wir nicht erleben.

Denn wir werden auch nicht erleben, dass Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wird. Auch absurde Storys haben manchmal ein Happy End.

BLICK-Chefredaktor Peter Röthlisberger.
BLICK-Chefredaktor Peter Röthlisberger.
BLICK

Es gibt unzählige Widerlinge: Betrüger, Sexisten, Grobiane, Ehebrecher, Spekulanten, Rassisten.

Donald Trump ist die nicht für möglich gehaltene Kombination all dessen. Ein 360-Grad-Rüpel. Er beleidigt Menschen, Staaten, Medien. In Tausenden Tweets. Wir widmen dem

Phänomen diese Doppelseite. Konsterniert, aber auch fasziniert von Trumps moralischem Tiefflug.

Die Welt, mit der amerikanischen Psyche nicht genug vertraut, durchlebt seit Beginn des US-Wahlkampfs die fünf Phasen der Trauer: Leugnen (so einer wird nie Kandidat), Zorn (die spinnen, die Republikaner!), Hoffen (vielleicht ist er doch nicht so schlimm?), Depression (er ist noch viel schlimmer). Die letzte Phase der Trauer, die Akzeptanz, werden wir nicht erleben.

Denn wir werden auch nicht erleben, dass Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wird. Auch absurde Storys haben manchmal ein Happy End.

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