CVP-Sicherheitsdirektor Reto Nause kontert SVP-Rickli
«Frau Rickli soll dafür sorgen, dass Zürcher Chaoten den Zug nach Bern nicht besteigen»

Die Berner Polizei habe bei den Krawallen in Bern ihre Arbeit sehr gut gemacht, sagt CVP-Sicherheitsdirektor Reto Nause. Im BLICK-Interview kontert er Natalie Ricklis Aufruf zur Befehlsverweigerung.
Publiziert: 27.02.2017 um 20:02 Uhr
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Aktualisiert: 12.10.2018 um 15:45 Uhr
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CVP-Sicherheitsdirektor Reto Nause: «Ein solcher Aufruf ist mit dem Auftrag der Sicherheitskräfte nicht vereinbar – egal in welcher Stadt.»
Ruedi Studer

Herr Nause, SVP-Nationalrätin Natalie Rickli ruft die Berner Polizei zur Befehlsverweigerung auf, um der rot-grünen Regierung Beine zu machen.
Reto Nause:
Eine solche Aussage kann sie nicht ernst meinen! Ein solcher Aufruf ist mit dem Auftrag der Sicherheitskräfte nicht vereinbar – egal in welcher Stadt. Ich frage mich, welches Problem Frau Rickli hat.

Offenbar findet sie, dass die Berner Stadtregierung zu wenig gegen die Reitschule und ihr Umfeld unternimmt.
Das war explizit nicht der Fall! Wir haben die Polizei ausdrücklich damit beauftragt, keinen Umzug zu dulden sowie die Innenstadt und die angrenzenden Quartiere zu schützen. Die Polizei hat sich den Chaoten in den Weg gestellt und sie auf den Schützenmatte-Perimeter zurückgedrängt. Die Polizei hat ihre Arbeit sehr gut gemacht und den Auftrag erfüllt.

SVP-Natalie Rickli (ZH) provoziert mit dem Vorschlag, die Polizei solle vielleicht «mal den Einsatz verweigern und die Chaoten durch die Stadt ziehen lassen».

Auch bürgerliche Berner Politiker wie FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen kritisieren die lasche Haltung der rot-grünen Regierung gegenüber den Reithalle-Betreibern.
Mit den Reithalle-Betreibern sind wir im Gespräch. Das ist aber Sache des neuen Stadtpräsidenten, deshalb äussere ich mich nicht weiter dazu.

Und was ist mit den gewalttätigen Chaoten?
Wir haben doch durchgegriffen! Die Polizei hat den Ring um die Schützenmatte gehalten. Ich möchte hier aber betonen: Linker Gewaltextremismus ist nicht nur ein Berner, sondern ebenso ein Zürcher und ein gesamtschweizerisches Problem. Chaoten aus der ganzen Schweiz sind am Wochenende nach Bern gereist. So hat etwa auch die Revolutionäre Jugend Zürich zur Teilnahme aufgerufen.

Am 18. März führen SVP-Vertreter in Bern eine Kundgebung gegen die umstrittene Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative durch. Dann drohen wieder gewalttätige Auseinandersetzungen, diesmal zwischen rechten Demonstranten und linken Gegen-Demonstranten. Sind Sie darauf vorbereitet?
Der Einsatz vom 18. März wird eine riesige Herausforderung für unsere Sicherheitskräfte. Wir können aber mit solchen Situationen umgehen. Es ist allerdings zu befürchten, dass wieder Chaoten aus der ganzen Schweiz nach Bern pilgern werden. Frau Rickli soll doch bitte dafür sorgen, dass die Zürcher Chaoten den Zug nach Bern nicht besteigen. Ich wäre froh, sie würde diesen Exportschlager verhindern!

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