Covid-Sommerwelle ist in Spitälern angekommen
Tessin meldet mehr Intensiv-Patienten

Sommer, Sonne, Erholung – an Covid möchte diesen Sommer eigentlich niemand mehr denken. Dem Virus ist das allerdings egal, die Fallzahlen steigen wieder an. Grund zur Panik ist dies allerdings noch nicht.
Publiziert: 09.07.2022 um 10:02 Uhr
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Aktualisiert: 09.07.2022 um 11:00 Uhr
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Dem Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani machen die steigenden Covid-Fallzahlen sorgen.
Laura Montani

Mehr Fälle, mehr Hospitalisierungen und mehr Patienten auf der Intensivstation – im Tessin spitzt sich gemäss Giorgio Merlani die Covid-Lage in den Spitälern wieder zu. Das sagte der Tessiner Kantonsarzt am Donnerstag zum Online-Nachrichtendienst «Ticino Online». Während in der letzten Woche noch 1888 Fälle registriert worden waren, seien es in nun bereits 2026.

Das spiegelt sich auch bei den Hospitalisierungen. In den Spitälern sei die Zahl der Corona-Patienten von 69 auf 80 gestiegen. Sechs davon würden gar auf der Intensivstation behandelt. Die Situation sei zum Glück im Vergleich zu vergangenen Wellen dank Impfungen und einer höheren Immunität infolge vorheriger Infektionen weniger schwerwiegend, die Arbeitsbelastung im Vergleich zu einem «normalen» Sommer allerdings immer noch sehr hoch.

Hospitalisationen steigen überall

Beim Blick auf das Covid-Dashboard des Bundesamts für Gesundheit wird deutlich, dass Hospitalisierungen nicht nur im Tessin ansteigen. Auch in Luzern stellt man bei den Spitaleinweisungen einen leichten Anstieg fest, gibt der Kanton auf Anfrage Auskunft. «Die Hospitalisierungen wegen oder mit Covid haben seit Anfang Juni zugenommen», sagt auch das Waadtländer Universitätsspital (CHUV) auf Anfrage. In den letzten Tagen stelle man aber einen leichten Rückgang fest, so die Sprecherin. Das bestätigt der Kanton Waadt und ergänzt, dass es sich bei den Spitalpatienten meist um ältere Personen handle, welche oft nicht oder nicht vollständig geimpft sind.

Mehr Patientinnen und Patienten sowie erkrankte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellt auch das Inselspital Bern fest. Oft würden Patienten aber auch wegen anderer gesundheitlicher Probleme eingewiesen werden, heisst es aus dem Gesundheitsdepartement des Kanton St. Gallen.

«Auswirkungen auf das Gesundheitswesen sind gering»

Sorgen vor einer Überlastung der Spitäler muss man sich zum jetzigen Zeitpunkt also nicht machen. «Die jetzigen Zahlen zeigen, dass die Ansteckungen zwar zunehmen, dass die Auswirkungen auf das Gesundheitswesen aber gering sind», erklärt der Mediensprecher der Berner Gesundheitsdirektion, Gundekar Giebel, gegenüber Blick.

Das CHUV spricht ebenfalls von einer «stabilen Situation» und das Inselspital erklärt, dass der tiefere Anteil an Hospitalisierten als bei früheren Wellen darauf zurückzuführen sei, dass «grosse Teile der Bevölkerung durch Immunität über einen gewissen Schutz vor schweren Verläufen verfügen – auch wenn sie dadurch nicht vollständig vor einer Infektion geschützt sind».

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Wie geht es weiter?

Die Belastung in den Spitälern sei «auf tiefem Niveau leicht steigend», erklärt der Kanton Luzern. Wie sich die Situation weiter entwickle, sei derzeit schwierig zu sagen, aber man sei auf alle Szenarien vorbereitet. Auch in der Ostschweiz bereit man sich auf «alle Eventualitäten vor», so der Kanton St. Gallen.

Beim Inselspital rechnet man auf jeden Fall nicht mit Kapazitätseinschränkungen aufgrund von hospitalisierten Covid-Patientinnen und -Patienten. Sprecherin Petra Ming gibt allerdings zu bedenken: «Aufgrund des Fachkräftemangels ist die Personaldecke in Berufsgruppen wie der Pflege allerdings auch in der Insel-Gruppe dünn.» Das dürfte auch in anderen Spitälern und Kantonen der Fall sein.


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