Brandkatastrophe
Für Aussenminister Tajani ist Morettis Entlassung «unakzeptabel»

Für die Regierung und ganz Italien sei der Entscheid, Moretti freizulassen, unakzeptabel. Dies sagte der italienische Aussenminister Antonio Tajani an einer Medienkonferenz.
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Foto: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

«Die Ministerpräsidentin und ich sind zutiefst empört. Nicht nur als Vertreter der italienischen Regierung, sondern auch als Eltern und ich zudem als Grossvater», sagte Tajani vor den Medien in Rom. Er und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatten am Samstagmorgen den italienischen Botschafter in der Schweiz nach Rom beordert, um «weitere Informationen einzuholen und das weitere Vorgehen zu besprechen».

Was am Freitag im Wallis geschehen sei, habe ihn und Meloni «zutiefst empört», fügte Tajani an. «Hier geht es nicht um Sicherheitsvorkehrungen, sondern um objektive Fakten.» Es sei inakzeptabel, eine Person freizulassen, die objektiv für das Geschehene verantwortlich sei.

Man könne den Tod von so vielen Menschen nicht mit einer Kaution von 200'000 Franken aufwiegen, fuhr Tajani fort. Der Aussenminister forderte die Schweizer Justiz auf, das Strafverfahren zu beschleunigen. «Die Gefühle des italienischen Volkes dürfen nicht auf diese Weise verletzt werden», schloss er sein Statement.

Das Walliser Zwangsmassnahmengericht hatte am Freitag beschlossen, Jacques Moretti gegen die Kaution von 200'000 Franken freizulassen. Ihm und seiner Frau gehört die Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, in welcher in der Neujahrsnacht bei einem verheerenden Brand 40 Menschen ums Leben kamen und 116 Personen verletzt wurden - viele davon aus Italien.

Der Barbesitzer war seit dem 9. Januar in Untersuchungshaft. Ob Moretti tatsächlich auf freiem Fuss ist, ist nicht bestätigt. Eine Anfrage bei den entsprechenden Stellen durch die Nachrichtenagentur Keystone-SDA blieb vorerst unbeantwortet.

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