Zwei Tage vor seinem Tod: Hier eröffnet Simonazzi die Pressekonferenz von Beat Jans(01:15)

Bei Wanderung zusammengebrochen
Vizekanzler André Simonazzi ist verstorben

Bundesratssprecher und Vizekanzler André Simonazzi ist gestorben. Er ist am Freitag bei einer Wanderung zusammengebrochen, wie die Bundeskanzlei mitteilt.
Publiziert: 11.05.2024 um 16:13 Uhr
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Aktualisiert: 12.05.2024 um 10:29 Uhr
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Vizekanzler André Simonazzi war Sprecher des Bundesrats.

Es ist eine traurige Nachricht, die aus Bundesbern kommt: Bundesratssprecher und Vizekanzler André Simonazzi (†55) ist gestorben. Das teilt die Bundeskanzlei am Samstag mit. Am Freitag ist er auf einer Wanderung zusammengebrochen und verstorben. Er hinterlässt eine Frau und drei erwachsene Kinder.

Die Bundeskanzlei sagt über Simonazzi: «André Simonazzi war ein Staatsdiener im besten Sinne des Wortes. Es ist André Simonazzis Verdienst, dass die Informationstätigkeit des Bundesrates auf der Höhe der Zeit ist.» Mit ihm verliere die Bundesverwaltung einen «wunderbaren Menschen und einen grossartigen Kollegen». Die Mitglieder des Bundesrates und der Bundeskanzler sprechen in einer Medienmitteilung ihr tiefstes Beileid aus.

Er kennt den Bundesrat bestens

Simonazzi wurde 2008 zum Vizekanzler und Bundesratssprecher ernannt, und war somit für die Regierungskommunikation zuständig. In dieser Funktion war er stets an der Seite der Bundesräte, etwa wenn diese eine Pressekonferenz einberiefen. Noch diese Woche sass er an der Seite von Beat Jans, als dieser über seine neusten Asyl-Pläne in Bern vorstellte.

Er hatte er meist ein offenes Ohr für die Anliegen der Journalistinnen und Journalisten im Bundeshaus. Diese kannte er auch mit Namen. «Wenn er auf Widerstände stiess, griff er zu Argumenten, Witz und Charme», ehrt die Bundeskanzlei Simonazzi in ihrer Mitteilung. Auf X schreibt Bundespräsidentin Viola Amherd (61), der Bundesrat sei schockiert über den plötzlichen Tod des Vizekanzlers.

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Simonazzi gehörte wie Jans der SP an. Dort ist, wie in allen anderen Parteien auch, die Trauer gross. Samira Marti (30), SP-Co-Präsidentin der SP-Bundeshausfraktion schreibt auf X, sie sei fassungslos und bestürzt. «Wir verlieren einen wunderbaren Menschen, der sich aus Überzeugung und mit viel Charme für unsere Institutionen engagiert hat», schreibt sie weiter.

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«Die Nachricht vom Tod von André Simonazzi ist ein grosser Schock», teilen auch Mattea Meyer und Cédric Wermuth, das Co-Präsidium der SP Schweiz in einer Mitteilung mit. Die Partei verliere «einen wunderbaren Menschen, der sich aus Überzeugung und mit viel Feingefühl für unsere Institutionen eingesetzt hat», heisst es weiter.

Auch die Präsidenten von FDP und GLP sind betroffen. So schreibt FDP-Präsident Thierry Burkart auf X: «Er war Staatsdiener im besten Sinn. Immer stand seine Aufgabe und nie seine Person im Vordergrund.»

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Begann als Journalist

Der aus Monthey stammende Simonazzi schloss an der Universität Genf ein Studium der internationalen Beziehungen mit dem Lizentiat ab. Danach liess er sich bei der Zeitung «Nouvelliste» zum Journalisten ausbilden. Von 1995 bis 1998 wirkte er bei der Caritas Schweiz als Pressesprecher für die Romandie.

In seiner letzten Tätigkeit koordinierte die Informationstätigkeit der Departemente der Bundesrätinnen und Bundesräte. Er war auch Mitglied der Geschäftsleitung der Bundeskanzlei. Dabei betreute er unter anderem die Erarbeitung der Jahresziele des Bundesrates und stand der Bundespräsidentin beratend zur Seite.

Nachfolge noch unklar

Im vergangenen Herbst wurde Simonazzi als möglicher Nachfolger des zurückgetretenen Bundeskanzlers Walter Thurnheer gehandelt. Simonazzi sagte allerdings ab für eine Kandidatur. Seine Chancen für eine Wahl zum Bundeskanzler seien bei einer Zweiervertretung der SP im Bundesrat gering, sagte er. Deshalb wolle er nicht unnötigerweise in einen Kampf steigen. Die Bundeskanzlerwahl sei halt auch eine politische Wahl.

Nach der überraschenden Nachricht seines Todes ist am Samstag noch unklar, wer seine Aufgaben vorübergehend übernimmt. Es gebe dazu noch keine Lösung, die bekanntgegeben werden könne, teilte die Bundeskanzlei der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage am Samstag mit.

Kanzler Viktor Rossi prüfe die Situation, hiess es. Rossi ist seit Anfang Jahr im Amt.

(chs/sie/SDA)

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