Lea Blattner (33), die Co-Präsidentin der Jungen EVP, tritt zurück. Grund dafür seien Anfeindungen in ihrer Partei, schreibt die Politikerin auf Instagram. Blattner hatte sich vergangenen April als lesbisch geoutet. «Seit meinem Coming-out habe ich innerhalb der EVP und ihrem Umfeld viel Liebe, aber auch wiederholt Ablehnung und Hass erlebt», schreibt sie auf Instagram. Diese Angriffe verorte sie bei Personen «aus Parteinähe», schrieb Blattner. «Der Rücktritt ist die Konsequenz aus Situationen, in denen Schutzmechanismen nicht ausreichend gegriffen haben.»
Diese Erfahrung habe ihre psychische Gesundheit angegriffen. Sie gehe jetzt aber an die Öffentlichkeit, weil es wichtig sei, auf das Thema aufmerksam zu machen: Queere Personen sollen künftig in der EVP ohne Probleme Politik machen können. Blattner hatte ihre sexuelle Orientierung vergangenes Jahr öffentlich gemacht. Damals schrieb sie: «Ich bin Christin. Ich bin Politikerin. Ich bin eine Frau, die Frauen liebt. Und ich möchte mich nicht länger teilen.»
Kritik an EVP
«Das Outing von Blattner war extrem mutig, und die Reaktionen darauf machen fassungslos», sagt Mirjam Hostetmann (26), Präsidentin der Juso Schweiz, in einer Mitteilung. «Dass 2026 noch solche Zustände in einer Partei geduldet und unter den Tisch gekehrt werden, erschüttert zutiefst.» Die Juso fordere die EVP Schweiz auf, «diese Vorfälle lückenlos aufzuarbeiten, die Queerfeindlichkeit in den eigenen Strukturen zu bekämpfen und entsprechende Konsequenzen zu ziehen».
Die Lesbenorganisation Schweiz schreibt auf Instagram: «Danke, Lea, für deinen Mut, deine Stärke und deine Konsequenz. Dein Einsatz verdient Unterstützung und Schutz - dass du beides von deiner Partei nicht bekommen hast, ist erschütternd. Wir stehen hinter dir!»
Die EVP kündigte am Montag in einer Medienmitteilung an, die Situation aufzuarbeiten, mit dem Ziel, dass sich alle Mitglieder respektiert fühlen können. «Als Partei, die der Nächstenliebe verpflichtet ist, verurteilt die EVP jede Art von Hass und persönlichen Anfeindungen», schrieb die Parteileitung. Sie verurteile zudem den anonymen Drohbrief eines mutmasslichen EVP-Mitglieds «aufs Schärfste».