Darum gehts
- Bundespolizei-Mitarbeiter soll Infos an Organisierte Kriminalität weitergegeben haben
- Verdächtiger war BSD-Mitarbeiter und hatte Sicherheitsüberprüfung des VBS
- Ex-Fedpol-Chefin erhielt 2025 Abgangsentschädigung von 339'938 Franken
Ein Skandal erschüttert die Bundespolizei: Ein Mitarbeiter gilt als Maulwurf und steht im Verdacht, der Organisierten Kriminalität Informationen geliefert zu haben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.
Der fehlbare Polizist war Teil des Bundessicherheitsdienstes (BSD) und für den Schutz von Bundesrat, Parlament und ausländischen Würdenträgern zuständig. Nach Informationen von Blick handelt es sich um einen Deutschschweizer, der um die 40 Jahre alt gewesen sein soll.
Knatsch mit der neuen Fedpol-Direktorin
«Der Zugang zu sensiblen Informationen ist strikt geregelt, auf die Notwendigkeit für die Aufgabenerfüllung begrenzt und wird risikobasiert überprüft», teilt das Fedpol mit. Ein Insider zu Blick: «Ein einfacher BSD-Mitarbeiter kann keine Kurzabfragen zu laufenden Ermittlungen machen. Er könnte aber Kollegen gebeten haben, dies für ihn zu tun.» Möglicherweise werde die Bundesanwaltschaft den Kreis der Verdächtigen ausweiten. Der mutmassliche Beschuldigte soll – wie alle Fedpol-Mitarbeiter – eine gültige Personensicherheitsüberprüfung des VBS gehabt haben.
Die Affäre wirft einen Schatten auf die Amtsführung der ehemaligen Fedpol-Direktorin Nicoletta della Valle (65). Sie erhielt letztes Jahr eine Abgangsentschädigung von 339'938 Franken. Ihr Vizedirektor Stéphane Theimer, der für den BSD zuständig war, kassierte 72'119 Franken. Theimer musste das Fedpol verlassen, nachdem er sich mit der neuen Direktorin Eva Wildi-Cortés (51) überworfen hatte.