Zum ersten Mal zeigt Bergsteigerin Evelyne Binsack (46) ihr neues Vier-Zimmer-Haus Le bivouac im Berner Oberland. «Hier kann ich ausruhen und Kraft tanken. Ich bin zu Hause angekommen», sagt sie. Sie hat das 150-Quadratmeter-Haus mitentworfen und beim Bau kräftig Hand angelegt. «Auf dem Terrassenboden habe ich Granitplatten verlegt. Einige Möbel sind aus abgestorbenen Bäumen von meinem eigenen Wald, das Holz habe ich teils selbst gebürstet», sagt sie stolz. Nach turbulenten Monaten kann Evelyne Binsack wieder strahlen.
Bei ihrer letzten Expedition im Frühling am Mount Everest (8848 m ü. M.) geriet sie in eine lebensbedrohliche Eislawine, bekam eine schwere Bronchitis, verlor einen engen Freund bei einem Absturz. «Es war von allem Schwierigen für mich einfach zu viel. Deshalb brach ich ab», meint sie nachdenklich.
Denn ihre Expedition hatte ein anderes Ziel. Binsack sagt: «Ich wollte in meinem ersten Dokumentarfilm vor allem die Willenskraft der Menschen im Himalajagebiet zeigen. Dies habe ich zwar realisieren können. Doch es wurde auch eine Auseinandersetzung mit meinen eigenen Grenzen.»
Mit ihrer Dokumentations-Show «Überlebenswille» reist Evelyne Binsack zurzeit durch die Schweiz. «Sie soll ein emotionaler Genuss sein und die Menschen dazu motivieren, die eigenen Leidenschaften wieder zum Brennen zu bringen», sagt die Single-Frau.