Die Wahlzürcherin Kristen Vermilyea (49) will ihren grossen Busen loswerden
Sehen mich die Männer dann noch?

Mit 22 Jahren veränderte sich das Leben von Kristen Vermilyea dramatisch, als ihre Oberweite zu wachsen begann. Seither wird sie von den Männern nur noch auf ihre grossen Brüste reduziert und als Schauspielerin bei der Rollenwahl geschnitten. In einem Dokfilm auf SRF thematisiert sie ihre Entscheidung, die Brüste verkleinern zu lassen.
Publiziert: 14.06.2018 um 20:54 Uhr
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Aktualisiert: 30.09.2018 um 20:43 Uhr
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Der Dokfilm «Busen-Wunder» der in Zürich wohnhaften US-Amerikanerin Kristen Vermilyea (49) läuft heute, 14. Juni, auf SRF 1. Darin thematisiert sie ihre grosse Oberweite und ihren Entschluss, eine Brustverkleinerung vorzunehmen.
Jean-Claude Galli

So stellt sich Kristen Vermilyea (49) in ihrem Dokfilm «Busen-Wunder» (heute Abend, SRF 1, 20.05 Uhr) selber vor: «Das sind meine Brüste. Sie sind ein gewichtiger Teil meines Lebens. Ich bin das Busen-Wunder.» Ab dem Alter von 22 Jahren wurde der Alltag der in Zürich lebenden US-Amerikanerin auf den Kopf gestellt. «Meine Brüste wuchsen, von C zu Doppel-D und noch grösser. Damit änderte sich alles. Ich wurde vom Mädchen von nebenan zur Frau mit Holz vor der Hütte.»

Die einzigen Rollen, die sie als Schauspielerin noch angeboten bekam, waren der sexy Hingucker und die Edelprostituierte. «Einmal habe ich nach einem Casting auf den Notizblock des Regisseurs geschaut. Dort stand nur ein Wort: ‹Brüste›.»

«Die sind toll – sind die echt?»

Vermilyea geben vor allem die Vorurteile zu denken, mit denen sie konfrontiert ist. «Eine Frau mit grossen Brüsten ist nicht automatisch dumm oder ein Flittchen. Wenn eine Frau einen eng anliegenden Pullover trägt, bedeutet das nicht, dass sie Aufmerksamkeit will. Und wenn sie einen kurzen Rock trägt nicht, dass man ihr hinterherpfeifen soll.» Brüste würden verklärt und zum Objekt gemacht – weltweit.

«Im Niederdorf sagte ein Typ zu mir: ‹Die sind toll – sind die echt?›» Als ihr klar wurde, dass die meisten Menschen vor allem ihre Brüste wahrnehmen, begann sie ihre Strategie zu ändern. «Da ich sie nicht verbergen kann, habe ich mich entschlossen, sie zu zeigen, zu provozieren, mit dem Stereotyp der dickbusigen Frau zu spielen.»

Im Film versucht sie mit Passanten auf der Strasse über ihre Brüste zu sprechen und trägt ein T-Shirt, auf dem in Brusthöhe steht: «Ich wünschte, dies wären Hirne.» Die meisten Leute reagieren irritiert bis verstört, bloss ein junger Mann sagt: «Diese Brüste sind sexy und stark wie Kanonen.»

Verkleinerung auch aus gesundheitlichen Gründen

Im Zentrum von Vermilyeas Film steht die geplante Brustverkleinerung, auch aus gesundheitlichen Gründen. «Ich habe Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen.» Sorgen macht ihr allerdings, ob sie dann als Singlefrau in mittleren Jahren von den Männern überhaupt noch wahrgenommen wird. Doch ihr Entschluss ist gefasst.

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