Artist David Dimitri (49) ist schon aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen, wie der SonntagsBlick berichtete. Traurig fasst «10 vor 10»-Moderatorin Christine Maier (46) zusammen: «Uns ist passiert, was vielen Paaren geschieht.»
Das stimmt. 54,4 Prozent der Ehen werden geschieden, Stand 2010. Man nennt das Scheitern. Dabei gab auch das Paar Maier-Dimitri nicht kampflos auf: «Wir arbeiteten eine Weile mit einem Coach zusammen», erzählt Christine Maier.
Maier: «Man lernt sich zuzuhören»
«Das half uns, damit aus Frust und Schmerz keine Bitterkeit wurde. Man lernt, sich zuzuhören, sich nicht mit Vorwürfen zu überschütten, einen gemeinsamen Weg zu finden.»
In diesen Worten klingen viele traurige Erfahrungen nach. Offenbar gab es in dieser Ehe eben Frust, Schmerz, Bitterkeit und Vorwürfe. Heute gehen die zwei getrennte Wege – trotz Beratung. Immerhin als «beste Freunde» – wegen der Beratung.
Das erstaunt. Soll denn eine Paartherapie eine Ehe nicht retten? «Nicht notwendigerweise», erklärt der Luzerner Psychologe und Paartherapeut Robert Wäschle (62): «Manchmal ist eine Beratung von Anfang an eine eigentliche Trennungstherapie. Meistens aber möchten beide nur reden. Doch nach einigen Sitzungen zeigt sich, dass ein Partner die Beziehung nicht mehr weiter tragen kann.»
Von 100 Paaren in Therapie trennen sich 50
Denn wirklich einvernehmliche Trennungen gibt es nach Wäschles Erfahrung nicht: «Es ist immer einer, der die Trennung vorantreibt.» Und das können Paartherapien nicht verhindern? «In einer Zürcher Studie wurden 100 Paare befragt, die in Beratung gegangen waren – 50 hatten sich danach getrennt.»
Das klingt niederschmetternd. Doch Coach Wäschle betont: «Auch von jenen, die sich trennten, waren die meisten froh über die Therapie. In ihr wurde es möglich, die Gefühle wieder hervorzuholen, die man ja immer noch füreinander hegt.»
Doch warum überhaupt scheitert ausgerechnet der Dialog zwischen zwei Menschen, die sich lieben? Wäschle wundert das nicht: «Genau in einer Liebesbeziehung sind wir am verwundbarsten.»