Sie sind ein kräftiges Team: Victor Iberg (27) aus Oberentfelden AG und Katalina Baumann (20) aus St. Gallen. Ende Oktober gewannen sie bei den Bodybuilder-Schweizer-Meisterschaften die ersten Preise in den Kategorien «Muscular Mens Physique» beziehungsweise «Bikini Junior». «Das war harte Arbeit», erinnert sich Iberg. Schon seit April protokollierte er mit seiner Freundin die Ernährung. «Teilweise trank ich bis zu 12 Liter Wasser täglich, gegen Ende habe ich die Flüssigkeitsaufnahme aber aufs Minimum reduziert, um Wassereinlagerungen zu vermeiden.»
Die gemeinsame Diät schweisste das Paar zusammen
Fürs Training opferten Iberg und Baumann mindestens fünfzehn Stunden die Woche. Nach einer langen Joggingrunde mit Hund Luis ass er das Eiweiss von 15 Eiern zum Frühstück, sechs Mahlzeiten mit insgesamt bis zu 3600 Kilokalorien nahm er über den Tag verteilt zu sich. Auf dem Menü standen viel Poulet, Fisch und Gemüse. «Eigentlich sagt man, dass eine gemeinsame Wettkampfdiät ein Beziehungskiller ist», so der gelernte Gerüstbauer. «Aber uns hat es zusammengeschweisst.»
Bei einer Körpergrösse von 1,76 m wiegt Iberg 100 Kilo, beim Wettkampf waren es 86 Kilo, Baumann bei einer Grösse von 1,55 m 50 Kilo, ihr Meisterschaftsgewicht war 44 Kilo. «Man geht klar an seine Grenzen», meint die Dentalassistentin. Die Veränderung geschieht schnell: Es daure bloss acht bis zwölf Stunden, bis der Körper wieder anders aussehe, so Baumann.
Partys gibts bei Iberg und Baumann eher selten
Die Ostschweizerin, die im Dezember zu Iberg ziehen wird, kam durch Umwege zum Muskelsport: «Ich war erfolgreiche Geräteturnerin und musste wegen einer Verletzung die Karriere auf Eis legen. Dann habe ich eine Fitness-Messe besucht und fand es cool, wie die Athleten ihre sportlichen Körper präsentierten. Da wusste ich, dass ich auch mal im Glitzer-Bikini vor den Menschen stehen will.» Privat sei sie schon länger auf muskulöse Männer gestanden.
Geld sei kein Motivator zum Bodybuilding, sagt Iberg: «Hier muss man mehr investieren, eine ganze Monatsmiete geht bei mir während der Diätphase fürs Essen drauf.»
Nächstes Ziel: Internationale Wettbewerbe
Nach der gewonnenen Meisterschaft folgte für die beiden das grosse Fressen: «Wir gönnten uns Pizza, Burger und holten uns 24 Donuts. Danach war uns schlecht», sagt Iberg. Trainieren würden sie weiterhin wie wild: «Nächstes Jahr sind unsere Ziele höher. Ein Europa- oder Weltmeistertitel wäre schön!»