Unternehmer Hans Leutenegger blickt auf sein Leben zurück
«Ich habe jeden Abend Angst, dass ich nicht mehr aufwache»

Vom Tellerwäscher zum Millionär – Hans «Hausi» Leuteneggers Karriere ist ein Sinnbild dafür. Nun blickt der 83-Jährige auf sein Leben zurück und spricht über das Altern, den Tod und sein Testament.
Publiziert: 06.09.2023 um 20:22 Uhr
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Multimillionär Hans Leutenegger hatte wenig und plötzlich wurde er erfolgreich.

Hans «Hausi» Leuteneggers (83) Leben ist bemerkenswert – und wohl auch der Traum des kleinen Mannes. Mit gerade Mal dreissig Jahren wurde der Thurgauer Selfmade-Millionär, gewann kurz darauf eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Nach seiner Sportlerkarriere widmete er sich der Schauspielerei, baute dabei sein Vermögen weiter aus. Auch heute scheffelt Leutenegger als Besitzer des Personaldienstleisters Hans Leutenegger AG weiter Geld – und doch sei dies nicht das Wichtigste im Leben, wie er in einem Interview mit der Glückspost verrät. 

«Reich sind nicht jene, die viel besitzen. Reich sind jene, die viel Liebe verspüren.» Seine Menschenkenntnis sei seine grösste Stärke. Durch seine Arbeit habe er gelernt zu erkennen, ob jemand zu den Guten gehört oder nicht. Auch deshalb habe er heute kaum noch Stress, sei wohlhabend und habe mit seiner Gattin Anita und den beiden Kindern seinen Seelenfrieden gefunden. So lebe er heute die «beste Zeit seines Lebens».

Tägliches Training hält «Hausi» fit

Es ist aber nicht der Seelenfrieden, der den ehemaligen Profisportler noch heute fit aussehen lässt. Vielmehr trainiere er jeden Tag dafür. So macht er jeden Morgen 30 Liegestützen und schwimme zudem noch immer regelmässig. Auch Golf spielt er nach wie vor. «Ich bin der festen Überzeugung, dass man seinen Körper quälen muss, sonst quält er eines Tages dich!», meint Leutenegger. Um geistig zu bleiben, lese der Unternehmer viel Zeitung. 

«Ich glaube, jeder von uns wäre, was die körperliche Verfassung angeht, gerne nochmals jung.» Den «Zirkus», den Leutenegger in jungen Jahren erlebte, wolle er heute auf keinen Fall nochmals durchmachen – und spielt damit auf die beiden Unfälle im Militär, die schwere Lungenentzündung nach seinem Olympiasieg in Japan an. Auch sein Unternehmen habe es ihm nicht immer einfach gemacht. Jammern will der Thurgauer aber nicht: «Heute kann ich mein Leben in vollen Zügen geniessen, frei von Terminen und Verpflichtungen.»

Polizisten-Begegnung hat den Lebemann zum Nachdenken gebracht

Dennoch beschäftigt sich Hausi Leutenegger heute schon intensiver mit seinem Tod. Vor diesem hätte er zwar keine Angst, aber Respekt. «Ab achtzig ist jeder Tag ein riesen Geschenk. Mein letzter Gedanke vor dem Einschlafen ist immer: Hoffentlich wache ich morgen wieder auf.» Sein Testament sei gemacht, es werde niemand zu kurz kommen. «Vorher will ich aber noch ein bisschen leben», verrät der Multimillionär.

So wie er es eben auch früher mal getan hat, wenn auch ein wenig sanfter. Den früher hätte er es gerne mal übertrieben. So wurde er einst nach einem Fest von einem Polizisten angehalten – am Steuer. Dieser drückte ein Auge zu und verzichtete auf einen Test, meinte aber, dass es das nächste Mal kein Pardon gebe. Diese Lektion habe er bis heute nicht mehr aus seinem Kopf gekriegt, verrät Leutenegger. Er ist der Meinung, dass jeder eine zweite Chance verdient habe. Wer aber mehrere Male den gleichen Fehler begeht, sei «einfach blöd». (knh)

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