Superfan reagiert auf die Vorwürfe gegen DJ Bobo
«Alles alte Geschichten!»

DJ Bobo sieht sich mit Vorwürfen ehemaliger Mitarbeiter konfrontiert. Dies sei alles längst bekannt und keine Grundlage für gerechtfertigte Kritik, erklärt ein Superfan des Erfolgsmusikers.
Publiziert: 29.04.2024 um 19:34 Uhr
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Aktualisiert: 29.04.2024 um 19:59 Uhr
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Sascha Diefenbach (r.) ist DJ-Bobo-Superfan und betreibt seit fast 23 Jahren eine Fan-Page, die dem Schweizer Musiker gewidmet ist. Das Bild zeigt die beiden 2001 in Mannheim (D) bei ihrem ersten Treffen.
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Patricia BroderRedaktorin People

Mit mehr als 14 Millionen verkaufter Tonträger, 150 Gold-, 29 Platin- und 2 Diamantauszeichnungen ist DJ Bobo (56) der erfolgreichste Schweizer Musikexport. Der Sänger, Komponist und Produzent, der seit drei Jahrzehnten auf der Bühne steht, pflegt ein skandalfreies Leben. Er raucht nicht und trinkt keinen Alkohol.

Doch das Saubermann-Image des gebürtigen Aargauers, der mit bürgerlichem Namen René Peter Baumann heisst, beginnt zu bröckeln. Im Musical «Last Night a DJ Took My Life», das aktuell im Schauspielhaus Zürich aufgeführt wird, erzählt Lori Glori (64) ihre Geschichte. Die schwarze Sängerin sang 1994 Bobo-Hits wie «Pray» und «Respect Yourself» ein und trat ihre Urheberrechte unwissentlich ab. Während Glori auf der Strasse landete, machte Bobo mit ihrer Stimme Millionen. Eine lange Liste von Betroffenen erhebt ähnliche Vorwürfe. Auch Emel Aykanat (48), Tanja Geuder (62) und Gutze Gautschi (75) fühlen sich vom Erfolgsmusiker hintergangen.

Musical über DJ Bobo: «I am not a bad Rapper für einen weissen Schweizer»(00:55)

Superfan ist von Vorwürfen nicht beeindruckt

Ganz anders sieht das Sascha Diefenbach (47) aus Worms (D). Er ist DJ-Bobo-Superfan und betreibt seit fast 23 Jahren eine Fan-Page, die dem Musiker aus Kölliken AG gewidmet ist. «Was die Vorwürfe betrifft, sind das alles alte Geschichten, die vor Jahren, als sie aktuell waren, schon durch die Medien gingen», sagt Diefenbach zu Blick. Die aktuelle Kritik der Sängerinnen Emel und Lori Glori kann er nicht verstehen, sie sind seiner Ansicht nach nicht gerechtfertigt. «Es gibt Sängerinnen, die für Agenturen arbeiten oder freischaffend sind. Diese bucht man zum Einsingen von Songs, dafür erhalten sie ihr Geld. So ist der Vertrag. Hinterher dann zu sagen, ich will mehr, weil das ein grosser Hit ist, hat für mich mit Abzocke zu tun», sagt Diefenbach.

Auch dass im Zusammenhang mit der kritischen Berichterstattung über DJ Bobo aktuell vermehrt auf das Buch «Die vergessenen Jahre» Bezug genommen wird, sieht der Deutsche kritisch. «Dieses Buch ist kein offizielles, von DJ Bobo veröffentlichtes oder genehmigtes Werk. Es wurde von seiner damaligen Plattenfirma ‹Fresh Music› herausgebracht, ohne seine Zustimmung und nachdem das Vertragsverhältnis bereits beendet war.» Bobo habe nach seinem Megahit «Somebody dance with me» Anfang der 1990er-Jahre auch ausserhalb der Schweiz Erfolg gesucht und dafür eine Plattenfirma benötigt, die Kontakte zu Unternehmen in anderen Ländern herstellen konnten. «‹Fresh Music› konnte das nicht stemmen», ist sich Diefenbach sicher. Infolgedessen habe sich der «Chihuahua»-Sänger anderweitig orientiert. «Die Leute von ‹Fresh Music› haben das nie akzeptieren wollen und ziehen ihn gerne mal durch den Dreck.»

«Auf DJ Bobo sollten die Schweizer stolz sein.»Sascha Diefenbach, Fan

Zum Fall von Bobos ehemaliger Tänzerin Tanja Geuder (62), die sich in den 1990er-Jahren bei einem Bühnenunfall ihre Schulter zertrümmerte und niemals eine Abfindung erhalten haben soll, möchte sich der Fan nicht äussern. «Mir ist der Vorfall bekannt, was da im Hintergrund wirklich lief, kann ich nicht sagen.»

Als besonders störend empfindet Sascha Diefenbach, dass man seinem Idol seinen Reichtum und seine Traumvillen in Kastanienbaum LU und Miami (USA) vorwerfe: «Das hört sich sehr nach Neid an. Auch andere Stars haben Villen, warum nicht auch DJ Bobo?» Da sei viel Missgunst im Spiel, sagt der Fan abschliessend. «DJ Bobo ist einer der grössten Stars, die die Schweiz jemals hervorgebracht hat, darauf dürfen und sollten die Schweizer stolz sein.»

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