«SonntagsFahrt» mit Mike Müller
«Ein Leben nach dem Fernsehen gibt es ganz sicher»

Mike Müller ist Schauspieler, Komiker und Dokumentarfilmer, doch eigentlich hat er 27 Semester lang Philosophie studiert. Über seine wahren Talente und sein Familienleben erzählt er auf der sonntäglichen Autofahrt mit Astrid von Stockar.
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Astrid von Stockar

Während 13 Jahren hat Mike Müller (52) Philosophie studiert – um dann doch Schauspieler («Der Bestatter») zu werden. Die Sonntagsfahrt mit ihm beginnt vor der Markthalle in Zürich. Als ihn ein Fischverkäufer sieht, rennt der mit ­einem breiten Grinsen auf Müller zu, überreicht ihm ­einen Sack voller Fischköpfe für einen Fond. Mike Müller wohnt in der Nähe – und scheint als kochender Gourmet bei den Marktständen einschlägig bekannt zu sein. Im Video spricht er über ...

... seine Kindheitserinnerungen an das Autofahren mit der Familie:

«Das Familiensystem spielte sich auch im Auto ab. Vater, der zu schnell fuhr und Mutter, die ‹Sechzig, sechzig!› rief. Wenn wir in die Ferien fuhren, immer ins Wallis, war der R4 bumsvoll. Hinten sassen mein Cousin Peter, mein sieben Jahre jüngerer Bruder, der Dackel und ich. Irgendjemand von uns vier hat in der Regel gekotzt – oft der Dackel. Das Auto hatte Kunstlederbezüge. So konnte man irgendwo ­einen Schlauch ausborgen und den Karren ausspritzen.»

... über Zufälle und den Sinn des Lebens:

«Vielleicht gibt es ja diesen Sinn, aber denen, welche behaupten, ihn zu kennen, traue ich schon nach dem dritten Wort nicht. Das ist institutionalisierte Quacksalberei. Ich glaube schon, dass unsere Gesellschaft gewisse Werte entwickelt hat. Wie zum Beispiel, dass ich ganz anständig neben dir sitze und nicht, weil du Frau bist, gleich Sex haben will. Das ist Zivilisa­tion! Und Errungenschaften, die nicht so selbstverständlich sind.»

... über seinen Grossvater, der Grabsteine verkaufte:

«Mein Grossvater war übrigens Grabsteinverkäufer. Er war Verdingbub und seine Kompensation waren tolle Autos. Hinten im Kofferraum lagen zwischen Wolldecken zwei Schichten Grabsteine. Er hat sich immer sehr aufgeregt, wenn auf dem Friedhof die Steine schief standen. Er war super. Ein richtig guter ‹Witwenschüttler›! Ein gut aussehender Mann, der allen Witwen einen Grabstein angedreht hat.»

... über sein Leben nach der letzten Ausgabe von «Giacobbo/Müller» im kommenden Dezember:

«Ob es ein Leben nach dem Tod gibt, das weiss ich nicht, aber dass es ein Leben nach dem Fernsehen gibt, da bin ich ganz sicher.»

… über Kinder:

«Kann man die nicht kaufen? Im Ernst: Ob ich jetzt eine Familie gründe, diese Frage beschäftigt mich nicht. Kinder kommen, wenn sie kommen. Da bin ich ziemlich sicher, dass es Energien sind, die schwierig zum Planen sind.»

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