In welcher Stadt steigt der Schweizer ESC 2025?
«Andere haben einen dicken Scheck – wir haben Nemo»

Vier Schweizer Städte wollen den Eurovision Song Contest 2025 austragen. Bern bietet am wenigsten Geld, setzt aber Nemos Heimat als Joker ein.
Publiziert: 30.06.2024 um 12:36 Uhr
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Aktualisiert: 30.06.2024 um 15:20 Uhr
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Nemos Sieg bringt den ESC in die Schweiz.
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Der Eurovision Song Contest (ESC) wird das TV-Ereignis des Jahres 2025 – und die Schweiz ist Gastgeber! Nun beginnt das SRG-Casting für den Austragungsort. Basel, Bern, Genf und Zürich haben sich beworben. Am Freitag reichten alle vier Städte aufwendige Bewerbungen ein. Nächste Woche stellen sie der SRG-Jury in einem Onlinemeeting ihre Präsentationen vor.

Bemerkenswert: Die künftige SRG-Chefin Susanne Wille (50) hält sich aus dem Wettbewerb heraus. Am Ende entscheidet ein Steuerungsausschuss des Senders unter dem Vorsitz von SRG-Generaldirektor Gilles Marchand (62), der sich eng mit der Europäischen Rundfunkunion (EBU) abstimmt; Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PWC) begleiten den Prozess: «Sie stellen sicher, dass die Entscheidung gestützt auf sachliche Kriterien erfolgt», sagt SRG-Sprecher Edi Estermann (59) zu Blick.

Wer bietet am meisten?

Weitere Mitglieder des Steuerungsausschusses sind SRF-Chefin Nathalie Wappler (56), ihr Tessiner Kollege Mario Timbal (47), Finanzchef Beat Grossenbacher (64) und Bakel Walden (49), der für den Bereich Entwicklung und Angebot der SRG zuständig ist.

Die zentrale Frage für die Sendeanstalt lautet: Wer bietet am meisten? Der SRG geht es finanziell schlecht. Künftig soll sie von jedem Haushalt nur noch 300 statt 335 Franken pro Jahr erhalten – am Donnerstag kündigte SRF an, bis Anfang 2025 rund 70 Vollzeitstellen abzubauen. Nicht zuletzt sitzt der SRG die Volksinitiative «200 Franken sind genug! (SRG-Initiative)» im Nacken.

«Geld ist nicht alles»

Am meisten Geld bietet Genf: Stadt und Kanton locken die SRG mit 30 Millionen Franken. Zürich bietet 25 Millionen, Basel einen «zweistelligen Millionenbetrag». Schlusslicht ist Bern: Die Doppelbewerbung Bern-Biel bietet der SRG 8 Millionen Franken an – sieben Millionen aus Bern und eine Million aus Biel. Der Heimatkanton des aus Biel stammenden ESC-Gewinners Nemo (24) bietet der SRG somit die mit Abstand geringste Unterstützungszahlung.

«Geld ist nicht alles», sagt Reto Nause (53). «Andere haben einen dicken Scheck – wir haben Nemo. Nemo unterstützt unsere Bewerbung. Mit der Berner Altstadt, die Weltkulturerbe ist, bieten wir dem ESC eine Traumkulisse», so der Berner Gemeinderat. Hinzu kämen knapp 30 Millionen Franken an Sicherheitskosten, die Bern der SRG erlassen wollen.

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Malmö-Untersuchungsbericht

Bern und Biel zahlten ingesamt 50'000 Franken an externe Agenturen. Zürich gab der Agentur Furrerhugi knapp 51'000 Franken für die Bewerbung. Für Basel weibelt die Agentur Farner, die 65'000 Franken in Rechnung stellt. Auch Genf hat eine Agentur beauftragt – will die Kosten aber «aktuell noch nicht kommunizieren».

Nächste Woche dürfte ein weiteres ESC-Thema zu reden geben: Die EBU wird ihren Untersuchungsbericht zur «Schande von Malmö» veröffentlichen. Im Vorfeld des ESC-Finales hatte es in der schwedischen Grossstadt antisemitische Vorfälle gegeben. Mehrere Delegationen drohten damit, das Finale zu boykottieren, wenn die israelische Sängerin Eden Golan (20) auftreten würde. Golan konnte sich in Malmö nur mit israelischen Personenschützern bewegen, auf der Bühne wurde sie wiederholt ausgebuht. Nach Nemos Sieg warf ihm Golan auf der Plattform X vor, der Schweizer Star habe sie ignoriert, als sie ihm gratulieren wollte.

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