Von-Däniken-Film war für Oscar nominiert
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«Erinnerungen an die Zukunft»:Von-Däniken-Film war für Oscar nominiert

Familie bestätigt
Ufo-Forscher Erich von Däniken ist tot

Der Schweizer Autor und Publizist ist am Samstag im Alter von 90 Jahren verstorben. Gemäss von Dänikens Tochter, sei ihr Vater altersbedingt im Spital von Interlaken gestorben.
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Erich von Däniken ist im Alter von 90 Jahren verstorben.
Foto: imago images/Rolf Hayo
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Silja AndersRedaktorin People

Erich von Däniken ist tot. Er starb im Alter von 90 Jahren, wie seine Tochter Cornelia von Däniken (63) gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigt. Ihr Vater sei altersbedingt im Spital von Interlaken gestorben. Der bekannte Schweizer Ufo-Forscher befasste sich zeitlebens mit extraterrestrischen Themen und stellte etwa die Thesen auf, dass Ausserirdische die Erde in vorgeschichtlicher Zeit besuchten, die von früheren Kulturen als Götter interpretiert wurden und sich Spuren dieser Besuche in Mythen, religiösen Texten, Bauwerken und Kunstwerken finden lassen. Erich von Däniken hinterlässt seine Ehefrau Elisabeth von Däniken, mit der er seit 1960 verheiratet war, sowie Tochter Cornelia von Däniken (63). 

Von Däniken wurde am 14. April 1935 in Zofingen AG geboren. Als Schüler in einem Jesuiten-Internat in Freiburg lernt er alte Sprachen. Vieles, was er im Latein- und Griechisch-Unterricht bei Übersetzungen aus dem Alten Testament liest, stellt er infrage. Er war von der Existenz ausserirdischen Lebens überzeugt, sagte 2023 zum Blick: «Natürlich gibt es Ufos und natürlich werden wir von Ausserirdischen beobachtet.»

Ufo-Hype macht ihn zur Kultfigur

Eines seiner bekanntesten Bücher ist «Erinnerungen an die Zukunft» aus dem Jahr 1968. Mit diesem Buch entfacht er einen regelrechten Science-Fiction-Hype und stürmt die internationalen Bestsellerlisten. Es folgen zahlreiche weitere Publikationen sowie Fernsehproduktionen. Er wird zur Kultfigur. Mit seiner Mischung aus spekulativer Wissenschaft und unterhaltsamer Provokation erreicht er ein Millionenpublikum. Der «Spiegel» bezeichnet seine Thesen 1973 als «Däniken-Schwindel» und spricht von Wahn und Geschäftemacherei – erkennt zugleich jedoch ein weltweites Phänomen. Unabhängig von der Bewertung trifft von Däniken den Zeitgeist, angesiedelt zwischen Verschwörungsglauben und etablierter Forschung. 

1995 zieht er gemeinsam mit seiner Frau nach Beatenberg im Berner Oberland. In Unterseen bei Interlaken richtet er ein Büro ein, das sich zu einem umfangreichen Archiv entwickelt – gefüllt mit tausenden Büchern, Artefakten und Dokumenten, die für ihn als Beleg seiner Theorien dienen.

Weniger erfolgreich verläuft hingegen das Projekt Mystery Park in Interlaken: Der Themenpark muss im November 2006 nach nur zweieinhalb Jahren aus finanziellen Gründen wieder geschlossen werden – ein seltener Rückschlag für den sonst erfolgsverwöhnten Autor.

Forscher lehnten seine Thesen ab

Aus wissenschaftlicher Sicht war Erich von Däniken stets sehr umstritten, Naturwissenschaftler, Historiker und Archäologen lehnten seine Thesen überwiegend ab, da die Interpretation der Quellen als selektiv angesehen wurde und entsprechende Beweise fehlten. Dennoch geht Erich von Däniken als einflussreicher Ideengeber in die Geschichte ein, der die Menschen gerne zum Nachdenken über Geschichte, Religion und das Universum anregte. Von Däniken wurde belächelt und gleichzeitig verehrt.

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