Eva Green, die grosse Liebe von 007
Null Bock auf Bond

In «Casino Royale» liebte sie noch James Bond. Nun hat sich Schauspielerin Eva Green (28) schwer in die Schweiz verguckt.
<b>Kalte Schulter</b> In «Casino Royale» lag Eva Green noch in den Armen von James Bond (Daniel Craig). Nun hat sie mit dem Agentenfilm abgeschlossen.
Von Claudia Schlup

Elegante Garderobe, sorgfältig frisiertes Haar, von dickem Schwarz umrahmte Augen: Die Frau, die da im dunklen Ledersofa eines Genfer Juwelier-Geschäfts versinkt, wirkt mysteriös und sehr, sehr sinnlich. Zur Eröffnung einer neuen Montblanc-Filiale ist Eva Green mal wieder in der Schweiz. Und auch diesmal hat sie Feuer gefangen: «Schon vom Flugzeug aus sah ich die Schneeberge», schwärmt die Französin mit schwedischen und algerischen Wurzeln, «wunderschön.»

Ihr Faible für die Rhone-Stadt ist keine Ausnahme. «Ob Gstaad oder Vevey, ich fühle mich hier einfach geborgen», sagt sie. Ein anderes Schweizer Produkt dagegen lässt sie ziemlich kalt: Ausgerechnet Marc Forsters Streifen «Quantum of Solace» ist dem Ex-Bond-Girl nahezu gleichgültig. «Ich habe ihn noch nicht einmal gesehen», gesteht sie. Und das, obwohl Green in «Casino Royale» nicht irgendeine der zahllosen Gespielinnen des britischen Superagenten darstellte, sondern seine grosse Liebe Vesper Lynd.

«Vielleicht hat der Film meinen Marktwert gesteigert», sagt sie, «aber für mich war es eine Rolle unter anderen.» Viel lieber setzt Green in ihren Filmen auf freizügige Auftritte und komplexe Charaktere. In Bernardo Bertoluccis «Dreamers» versank sie im Sex- und Liebestaumel. Im Science-Fiction-Thriller «Frankly» mimte sie eine von Suizidgedanken geplagte Studentin.

Und in ihrem neusten Film «Cracks» spielt sie eine Schwimmlehrerin, die eine ihrer jungen Schülerinnen verführt. «Was mich fasziniert, sind Figuren, die Abgründe offenbaren», erklärt sie. «Je abgedrehter und verrückter ein Drehbuch ist, desto besser.»

Vom Image des aufreizenden, aber einfältigen Bond-Girls ist nur zwei Jahre nach «Casino Royale» jedenfalls nichts mehr geblieben. «Trotzdem habe ich noch viel zu beweisen», sagt Eva Green. «Und wenn ich genug vom Filmbusiness habe, kaufe ich mir ganz einfach einen Bauernhof und ziehe zu euch in die Schweiz.»

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