«Für uns ist das ein Geschäft wie jedes andere», sagt Renato zu BLICK. «Und es gefällt uns. Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt schlecht gefühlt.»
Vor zwei Jahren rutschte der gelernte Lebensmittelverkäufer ins horizontale Gewerbe, war auf der Suche nach einem lukrativen Nebenjob. «Nachdem ich damit mein erstes Sackgeld verdient hatte, habe ich immer mehr Freude daran bekommen, wollte dem Job mehr Aufmerksamkeit widmen.» Mittlerweile besitzt Renato eine Plattform für Callboys, hat über 60 Escorts in seiner Kartei, vor einem Jahr ist auch sein Zwillingsbruder eingestiegen.
«Das Geschäft boomt. Die Frauen nehmen sich auch in diesem Bereich immer mehr dasselbe Recht wie die Männer raus», so Renato, der heute Abend in der SRF-Dok-Sendung «Callboys – Männer für gewisse Stunden» porträtiert wird.
Eine Stunde mit einem Callboy kostet 250 Franken, drei Stunden gibts für 550 Franken. Ihre Kundinnen? «Karrierefrauen. Aber auch Hausfrauen», so der Sex-Profi. Meistens seien es Frauen, die aus finanziellen oder gesellschaftlichen Gründen bei ihren Männern bleiben würden, sexuell aber ausgehungert seien. «Darum suchen sie sich den Kick ausserhalb. Viele sehnen sich auch einfach nach Aufmerksamkeit oder Zärtlichkeit, möchten begehrt werden», so Mailo. «Wir sehen uns als Therapeuten. Die Frauen kommen frustriert und gehen entspannt nach Hause.»
Um ihren Kundinnen etwas zu bieten, müssten sie sich manchmal aber überwinden. «Wir sind unter ständigem Leistungsdruck. Wenns nicht so läuft, schalten wir unser Kopfkino ein. Das hilft.» Trotzdem gebe es für sie auch Grenzen. «Wenn eine Frau unhygienisch ist, das kam auch schon vor.» Oder beim Alter. «Die älteste Kundin war 59, das ist die Obergrenze.» Und beim Sex? «Wir bieten alles an, nur SM liegt für uns nicht drin», sagt Renato. Sex ohne Kondom sei ebenfalls tabu. «Wir möchten uns schliesslich keine Krankheiten holen. Auch wenn das Berufsrisiko ist.»
Wie lange sie als Callboys tätig sein möchten, wissen die Zwillinge nicht. «So lange wir Lust haben, machen wir es», sagt Renato, der wie Mailo Single ist. Wenn sie sich verlieben würden, sei es mit der Escort-Karriere allerdings vorbei. «Das könnten wir mit einer Beziehung nicht vereinbaren. Dann würden wir unseren Sexjob an den Nagel hängen.»