Auch für Fussball-Muffel
Pedro Lenz schrieb Liebeserklärung an Maradona

Der in Olten lebende Erfolgsautor Pedro Lenz hat eine Mundart-Biografie über Diego Armando Maradona geschrieben. «Mit linggs» schildert alle Höhen und Tiefen dieser einmaligen Fussballer-Karriere – vom «Tor Gottes» bis zum bizarren Kuraufenthalt bei Fidel Castro.
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Pedro Lenz veröffentlicht sein neues Buch «Mit linggs», welches auf Berndeutsch das Leben des argentinischen Fussball-Stars Diego Armando Maradona erzählt.
Foto: Rahel Lenz

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das neue Buch «Mit linggs» schildert das Leben von Fussball-Star Diego Maradona
  • Das Werk von Pedro Lenz könnte aber auch Fussball-Muffel interessieren
  • «Mit linggs» schildert Höhen und Tiefen von Maradonas Leben, auch seine Kokainsucht
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Jean-Claude GalliRedaktor People

Pedro Lenz (60) ist ein erklärter Fussball-Fan. Seine Begeisterung dafür klingt im Titel seines bekanntesten Werkes «Der Goalie bin ig» und in vielen Kolumnen an. Doch ein Buch, das sich hauptsächlich darum dreht, hat er noch nie geschrieben.

Doch nun erscheint «Mit linggs», eine Liebeserklärung an die argentinische Fussball-Legende Diego Armando Maradona (1960–2020). Für Lenz ist klar: Der «Goldjunge» war der beste Spieler aller Zeiten. Aus der Optik des 1,65 Meter grossen Genies erzählt er dessen bewegtes Leben. Beginnend mit der kargen Jugend in Villa Fiorito im Süden von Buenos Aires als fünftes von acht Kindern bis zum frühen Tod mit 60 Jahren.

Held mit Schattenseiten

Lenz hat Maradona nie live gesehen. Auch nicht beim Uefa-Cup-Spiel zwischen Wettingen und Neapel 1989. Dass er letzten März ebenfalls 60 wurde, ist ein Zufall. Ihn interessierte, dass dieser Held auch Makel hatte. Als Inspiration dienten ihm nebst eigenem Wissen Youtube-Interviews und die ebenfalls in der Ich-Optik verfasste Biografie «El Diego. Mein Leben» von Daniel Arcucci (63) und Ernesto Cherquis Bialogo (85).

Obschon Fussball angeblich die wichtigste Nebensache der Welt ist, gibt es viele Menschen, die darauf allergisch reagieren. Doch werden dem Mundart-Prosastück – Lenz spricht von einem Langgedicht – auch jene etwas gewinnen können, die noch nie ein Spiel gesehen oder von Maradona gehört haben. Denn Lenz gelingen mit seinen scheinbar einfach wirkenden Sätzen Beschreibungen von grundsätzlicher Kraft und zarter Poesie.

Beispielsweise in jener Szene über die Kerze, die Maradonas strenggläubige Mutter stets für den Heiligen Antonius von Padua, den Schutzpatron der Armen, brennen liess. «Di Cherze het gäng ganz fescht gflackeret, wöus im Huus ständig dür aui Ritze het zoge. Der Düürzug macht, dass d Cherze bi den arme Lüt dütlech meh flackere aus d Cherze bi de Riiche, und wäge däm hei di arme Lüt natürlech ou meh Liecht im Härz.»

Lenz und die Musik

Wer je an einem Auftritt von Lenz gewesen ist, bringt den eigentümlichen Klang seiner Stimme auch beim eigenen Lesen nicht mehr aus dem Kopf. Lenz trägt seine Texte auf der Bühne schon länger häufig mit Musikerinnen und Musikern vor. Bei «Mit linggs» begleiten ihn Komponist Simon Ho (63) und Bandoneonspieler Jonatan Blaty.

Er habe von Musikern viel für sein Schreiben gelernt, vor allem über Rhythmus. So erschliessen sich auch die Wiederholungselemente, die stilistisch an Songtexte erinnern. Und er kommt so der einmaligen Spielweise Maradonas mit seinen Tempo- und Richtungswechseln sehr nahe. 

«Mit linggs» verherrlicht Maradonas Karriere nicht. Thematisiert werden auch seine Kokainsucht und Klinikaufenthalte. Maradona sei aber nicht wegen, sondern trotz der Drogen der beste Spieler gewesen.

Im Nachwort schreibt Lenz: «Maradona hat mir so viel Schönheit und Inspiration geschenkt, dass ich ohne Übertreibung sagen kann, er habe mein Leben für immer bereichert und mein Auge für die Ästhetik geschärft. Fussball ist in den besten Momenten nicht nur ein Sport, sondern eine Kunstgattung.»

Buchtaufe am Mittwoch, 18. Februar, in der Berner Buchhandlung Stauffacher. Tourtermine unter www.pedrolenz.ch 

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