Es könnte alles so schön sein. Wenige Tage nach der Veröffentlichung von «Dirty Dynamite» können Krokus bereits Gold einheimsen. Doch einer stört den Erfolg: US-Schockrocker Dee Snider (57), der mit der Band Twisted Sister («I Wanna Rock») zehn Millionen Alben verkauft hat. In seiner neuen Biografie «I Still Wanna Rock» schiesst er gegen die Solothurner Chartstürmer. Ein ganzes Kapitel lang wütet er, nennt die Band «Crapus» (von crap, englisch für Mist). «Ihr habt keine Ahnung, wie nahe dran ihr gewesen seid, auf dem Grund eines Sees zu landen.»
Seine Mutter ist Schweizerin
Grund für den Zoff: Sniders Frau Suzette (53) hat 1982 für Krokus auf deren US-Tournee Bühnen-Outfits genäht; doch der damalige Krokus-Manager weigerte sich, sie zu bezahlen. «Diese Typen haben meine Frau abgezockt und bedroht», so Snider, dessen Mutter eine ausgewanderte Schweizerin ist. «Ich war stolz auf diese Rockband aus dem Heimatland meiner Mutter. Doch der Stolz hat sich in Wut verwandelt.» Chris von Rohr (61) erinnert sich: «Die Kleider entsprachen nicht dem, was wir abgemacht hatten. Zu sehr Harlekin-Style. Also machten wir ein Lagerfeuer daraus.» Inzwischen seien sie älter, weiser geworden. «Falls wir seine Frau nicht mit dem nötigen Respekt behandelt haben sollten, tut es uns leid.»
BLICK vermittelt
Von Rohr schlägt vor, an einem Festival im Sommer, wo beide Bands auftreten, gemeinsam ein Versöhnungsbier zu trinken. BLICK erreichte Snider und unterbreitete ihm das Friedensangebot. «Wenn sie das ernst meinen, finde ich es eine schöne Geste», sagt der US-Sänger. «Aber ich muss erst meine Frau fragen, ob sie Krokus verzeihen kann.»