25 Jahre nach Knie-Absetzung
Endlich bringt «Almi» die Schweiz zum Lachen

Seit dem abrupt beendeten Knie-Gastspiel 2001 lief die Karriere von Komiker Patrick «Almi» Allmandinger nur auf regionalem Niveau. Mit «Mensch Läppli» und 30 Auftritten an 26 Orten kehrt der Basler auf die grosse Bühne zurück. Blick war in Winterthur dabei.
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Szenenbild aus «Mensch Läppli» mit Patrick «Almi» Allmandinger als HD Läppli und Maja Brunner als Schoofegg-Wirtin Bertha Müller.
Foto: René Tanner

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Patrick «Almi» Allmandinger spielt legendäre HD-Läppli-Figur in «Mensch Läppli»
  • Sabina, die Tochter von Erfinder Alfred Rasser, schrieb das neue Stück
  • Nach mässiger Resonanz bei der Uraufführung wurde das Stück noch überarbeitet
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Jean-Claude GalliRedaktor People

«Guguseli», ruft Patrick «Almi» Allmandinger (59) mit nasaler Stimme und grossem Schnauz, «ich bi wider doo». Der Saal tobt. Zweimal füllt der Basler Komiker das Casinotheater Winterthur ZH am vergangenen Dienstag und Mittwoch mit dem neuen Theaterstück «Mensch Läppli». Immer wieder gibt es Zwischenbeifall und Lacher.

Natürlich sind viele Menschen im Saal, die sich noch an die früheren Erfolge der Figur HD Läppli erinnern können. Und Nostalgie funktioniert meistens gut. Aber auch junge Gäste, die 1977 noch nicht geboren waren, als Läppli-Erfinder Alfred Rasser (1907–1977) verstarb.

Das Stück wurde stark überarbeitet

Rassers Tochter Sabina (75) steht am Beginn dieses Revivals. Ein Jahr vor seinem Tod diktierte ihr der Vater Teile einer neuen Läppli-Komödie. Doch erst als sie vor acht Jahren Allmandinger kennenlernte, sah sie die Chance auf eine Vollendung des letzten väterlichen Wunsches.

Allmandinger sagt gegenüber Blick: «Ich habe den Läppli zum ersten Mal mit sechs im Kino gesehen. Am Tag darauf verblüffte ich meine Grosseltern, weil ich einzelne Dialoge auswendig konnte. Sabina meinte einmal scherzhaft, man müsste einen DNA-Test machen, um auszuschliessen, dass ich nicht mit ihrem Vater verwandt sei.»

Das von Sabina Rasser und Allmandinger entwickelte Stück kam vergangenes Jahr in Basel zur Uraufführung. Die Begeisterung hielt sich jedoch in engen Grenzen, und Produzent Michael Furler (65) liess es stark überarbeiten. Die jetzige Version sei nun «um Welten besser», sagen alle, die es bereits 2025 gesehen haben.

Der Alkohol und die bösen Deutschen

Die Story in Kürze: HD Läppli und sein Compagnon Mislin (Dänu Brüggemann, 62) werden von Gott (mit der Stimme von Marco Rima, 64) auf die Erde geschickt, um die Menschheit ein klein wenig herzlicher zu machen. Allerdings sind sie vom heutigen Tempo und den technischen Entwicklungen überfordert, und die Schoofegg-Wirtin Bertha Müller (Maja Brunner, 74) muss ihnen gegen ein Gaunerpaar zu Hilfe eilen.

Der Humor ist recht klassisch, es gibt viele Witze über Alkohol und die bösen Deutschen. Aber auch erstaunlich progressive Gags, etwa zum Thema «Gleicher Lohn für alle». «So stark die Läppli-Figur auch ist, muss sie doch weiterentwickelt werden, sonst stirbt sie», sagt Allmandinger.

Diese Transformation habe den Kern aber nicht beschädigen dürfen. «Läppli ist noch immer dieser tollpatschige und gutherzige Naivling, der mich schon als Bub begeisterte und mit einfachen Fragen unfreiwillig die Mächtigen und Bösen entlarvt.»

Comeback nach Knie-Tiefschlag

Für Allmandinger ist die bis Mai laufende Tour mit 30 Vorführungen an 26 Orten auch eine emotionale Rückkehr auf die grosse Bühne. Nach seinem verunglückten Knie-Gastspiel 2001 – er wurde damals aufgrund mässiger Resonanz abgesetzt – ist auch er selbst als Künstler «wieder doo».

Fürsprecher für sein Engagement, das nun zum Comeback wird, war mit Rolf Knie (76) übrigens ebenfalls ein Vertreter aus der Knie-Dynastie.

In Winterthur ist spürbar: Wenn das Publikum mitgeht, wächst Allmandinger über sich hinaus. «In Basel wird der Druck bei den Vorführungen Ende März etwas grösser sein. Ich bin dort bekannt wie ein bunter Hund», sagt er.

Doch zunächst gibt es eine kleine Zäsur, die nächste Show ist erst Anfang März in Subingen SO. «Zuerst kommen die drei heiligen Tage», spricht Allmandinger die Basler Fasnacht vom 23. bis 25. Februar an.

«Es gibt dann extra keine Spieldaten. Aber ich bin 2026 auch bewusst nicht aktiv bei der Fasnacht dabei. Seit 50 Jahren habe ich nie eine ausgelassen und lange auch Schnitzelbänke gemacht. Aber jetzt will ich mich voll auf den Läppli konzentrieren. Deshalb schaue ich dieses Jahr nur zu.»

Und Allmandinger hat für sein «Herzensprojekt» sogar seinen Coiffeursalon an der Basler Schützenmattstrasse verkauft. «Läppli verlangt meine ganze Aufmerksamkeit. Läppli kann man nicht spielen, man muss ihn leben.»

Alle Showdaten auf laeppli.com 

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