Schlafen im Turm
Emmentaler Familie kauft das Wahrzeichen von Cuxhaven (D)

So verrückte Pläne hatten noch keine TV-Auswanderer beim SRF-Hit «Auf und davon»: Die Familie Caboussat hat das Emmental verlassen und an der Nordsee einen riesigen alten Wasserturm gekauft. Ziel ist es, das Objekt in ein Bed & Breakfast umzubauen.
Publiziert: 08.01.2021 um 08:16 Uhr
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Aktualisiert: 04.02.2021 um 09:11 Uhr
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Die TV-Auswandererfamilie Caboussat aus Langnau BE kauft in Cuxhaven einen Wasserturm: Die Eltern Mirabelle und Alain mit ihren Söhnen Nicolas und Yannis.
Peter Padrutt

Die zwölfte Staffel der SRF-Sendung «Auf und davon» will hoch hinaus: In der ersten Folge erleben wir heute Freitag (SRF 1, 21 Uhr), wie die TV-Auswanderer Mirabelle (53) und Alain (50) Caboussat ein Millionen-Projekt angehen. Sie haben sich nämlich den imposanten Wasserturm von Cuxhaven (D) gekauft. Ihr Ziel ist es, das über 100 Jahre alte Wahrzeichen der Stadt zum Erlebnis-Turm umzubauen.

Für diesen ausgefallenen Plan haben die Caboussats ihr beschauliches Leben im Emmental aufgegeben und sind mit ihren Söhnen Nicolas (18) und Yannis (17) an die Nordsee gezogen. «Wir hatten schon immer ein Flair für alte Gebäude und haben früher auch unser Haus in Langnau umgestaltet», erzählt Mirabelle Caboussat. «Eines Tages entdeckten wir im Internet, dass dieser Turm zum Verkauf stand. Später erfuhren wir, dass der Stadt das Geld für eine Sanierung fehlte. So ging der Besitz von privat wieder auf privat über.» Der Turm schien wie geschaffen für die Berner Familie. «Die Liebe zum Alten war immer schon unsere Leidenschaft.»

Café und Bed & Breakfast auf dem Turm

Zugute kommt den beiden, dass Alain ausgebildeter Sanitärinstallateur und Spengler ist. Mirabelle hingegen ist gelernte Buchbinderin und arbeitete im Strafvollzug. Von Anfang an ist klar: Ohne die Hilfe von Architekten wäre das aufwendige Bauprojekt nicht zu schaffen.

Ihre Pläne sind ambitiös: Auf 40 Meter Höhe, im ehemaligen Wassertank, der früher eine Million Liter fasste, wollen sie ein Café eröffnen. Darunter sollte es ein Bed & Breakfast und Läden geben. Ein Lift würde die Gäste 42 Meter in die Höhe befördern.

Auflagen erschweren den Umbau

«Doch im Lauf der Staffel wird man sehen, dass wir nicht alle unsere Pläne in dieser Form umsetzen können», erklärt Alain Caboussat. «Es gab plötzlich neue Brandschutzauflagen. Und die Denkmalpflege meldete sich zu Wort. Am Ende glaubten alle, es sei ihr Turm.» Schliesslich habe man das Projekt auch wegen der Pandemie coronagerecht weiter überarbeiten müssen. Für die vielen historischen Anpassungen sollen Sponsoren einspringen.

Trotzdem sind die Caboussats zuversichtlich, dass sie es schaffen werden. «Wir haben immer noch den Traum, dass wir diesen wunderschönen Turm erhalten und zu neuem Leben erwecken können», sagt Mirabelle Caboussat. Die Eröffnung ist für Frühling 2022 geplant.

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