So war die Rede von Charles
Mit seiner Rede vor dem Kongress erreichte der USA-Besuch des britischen Königs gestern einen ersten Höhepunkt. Charles III. (77) bauchpinselte Amerika und seine Abgeordneten – und er war zum Scherzen aufgelegt: «Wie Oscar Wilde schon sagte: Wir Briten haben wirklich alles mit Amerika gemeinsam, ausser natürlich der Sprache.»
Der König fand genau jene Worte, die dazu angetan sind, die Beziehungen der beiden Länder zu verbessern. Und er vermied es tunlichst, sich in die inneren Angelegenheiten der USA einzumischen.
Nur ein einziges Mal wurde Charles III. politisch – als er die USA aufforderte, der Ukraine «mit aller Entschlossenheit» beizustehen, um «einen gerechten und dauerhaften Frieden zu sichern».
Blick nach vorne
Über eine halbe Stunde spricht Charles jetzt schon. Zuvor war von 20 Minuten die Rede. Jetzt blickt der König in die Zukunft.
Die Stärke der Partnerschaft zwischen den USA und Grossbritannien wurde genutzt, um gemeinsame Gegner zu bekämpfen und die Welt zu sichern. Jetzt wird es benötigt, um die Ukraine inmitten des Krieges vor Russland zu schützen.
Charles: «Herr Präsident, genau diese unnachgiebige Entschlossenheit ist heute nötig, um die Ukraine und ihr tapferes Volk zu verteidigen – um einen wahrhaft gerechten und dauerhaften Frieden zu sichern», sagt er.
«Rebellen einer Mission»
Der König bezeichnet die Gründerväter der USA als «mutige und fantasievolle Rebellen mit einer Mission.»
Er nennt mehrere Beispiele dafür, wie die Infrastruktur der US-Regierung auf britischen Traditionen basiert.
Charles sagt, sie hätten «das grosse Erbe der britischen Aufklärung» sowie die Ideale, die eine noch tiefere Geschichte hätten mit sich getragen und weitergetragen.
Charles zitiert Trump
Charles bezieht sich auf Trumps eigenen Staatsbesuch in Grossbritannien im vergangenen Jahr und zitiert den Präsidenten mit den Worten: «Das Band der Verwandtschaft und Identität zwischen Amerika und dem Vereinigten Königreich ist unbezahlbar und ewig; es ist unersetzlich und unzerbrechlich.»
Seine Rede wird von den US-Abgeordneten mit Standing Ovation bejubelt.
Lustiger Moment in historischer Rede
König Charles macht einen heiteren Witz über die alte Tradition, dass «wir, wenn ich vor meinem eigenen Parlament von Westminster spreche, immer noch einer uralten Tradition folgen und ein Parlamentsmitglied als Geisel nehmen.»
Die Kongressabgeordneten schmunzeln über den Witz, während König Charles fortfährt. «Ich halte ihn oder sie im Buckingham Palace fest, bis ich sicher zurück bin.»
Weiter: «Heutzutage kümmern wir uns recht gut um unsere Gäste, oft so gut, dass sie gar nicht mehr abreisen wollen. Ich weiss nicht, Mr. President, ob es heute Freiwillige für diese Aufgabe gab.»
Höchste Wertschätzung für die USA
Der König erklärt weiter, er sei der 19. «in unserer Reihe von Monarchen, der sich täglich mit den Angelegenheiten Amerikas befasst.»
Weiter: «Ich komme heute hierher mit grösstem Respekt vor dem Kongress der Vereinigten Staaten; dieser Bastion der Demokratie, die geschaffen wurde, um die Stimme aller Amerikaner zu vertreten und heilige Rechte und Freiheiten zu fördern.»
Er fügt hinzu, dass er dabei unweigerlich an seine Mutter, Königin Elizabeth II., denken müsse, die 1991 in demselben Saal gesprochen habe, und dass er gekommen sei, um „den höchsten Respekt und die Freundschaft des britischen Volkes gegenüber dem amerikanischen Volk zum Ausdruck zu bringen.»
Charles spricht über versuchten Angriff auf Trump
Er erwähnt den Vorfall vom Wochenende, bei dem ein Mann versuchte, mit Waffen eine Galaveranstaltung zu stürmen, bei der auch Donald Trump anwesend war.
«Was auch immer unsere Unterschiede sein mögen, welche Meinungsverschiedenheiten wir auch haben mögen, wir sind vereint in unserem Bekenntnis, die Demokratie zu verteidigen und alle unsere Bürger vor Schaden zu bewahren.»
Charles fügt an: «Ich sage es mit unerschütterlicher Entschlossenheit: Solche Gewalttaten werden niemals Erfolg haben.»
Verweis auf die Unabhängigkeit Amerikas
König Karl dankt den US-Gesetzgebern und dem amerikanischen Volk für den herzlichen Empfang anlässlich des 250. Jahrestages der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung.
Sein Verweis auf die Unabhängigkeit Amerikas löst tosenden Applaus aus.
Er sagt, die Schicksale der USA und Grossbritanniens seien seither untrennbar miteinander verbunden.
«Wie Oscar Wilde schon sagte: Wir haben heutzutage wirklich alles mit Amerika gemeinsam, außer natürlich der Sprache!», scherzt der König unter dem Gelächter seines Publikums aus Beamten.
1991 sprach die Queen im Kapitol
Charles betont erneut, dass es eine riesige Ehre sei, fast 30 Jahre nach der Rede von Queen Elizabeth vor dem US-Kongress zu sprechen.
Krieg im Nahen Osten und Europa
Charles startet mit einer klaren Message: «Solche Gewalttaten werden niemals Erfolg haben.» Für diese Aussage gibt es tosenden Applaus.