Tiger-Attacke endete für Star-Magier tragisch
Siegfried & Roy wehren sich gegen Vorwürfe von Ex-Trainer

Siegfried Fischbacher wehrt sich in der TV-Show «Good Morning America» gegen die Vorwürfe eines ehemaligen Mitarbeiters. Dieser behauptete, dass Roy Horn 2003 aufgrund eines Fehlers von seinem Tiger angegriffen worden war.
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Siegfried Fischbacher wehrt sich bei «Good Morning America» gegen die Behauptungen eines ehemaligen Mitarbeiters.
Foto: DUKAS

Die deutschen Zauberkünstler brechen ihr Schweigen: In Las Vegas (USA) feierten Siegfried Fischbacher (80) und Roy Horn (75) mit ihrer Show «Siegfried & Roy at The Mirage» und den weissen Tigern und Löwen Mega-Erfolge.

Am 3. Oktober 2003 endete die Bühnenkarriere des Duos abrupt – Horn wurde während der Show von seinem 200 Kilo schweren sibirischen Tiger Mantacore verletzt, nachdem ihn das Tier am Hals packte. Der Dompteur verlor dabei beinahe sein Leben, ist seither teilweise gelähmt und sitzt im Rollstuhl.

Eigene Fehler führten zum Unglück

Das Duo behauptete nach dem Vorfall, dass Horn während der Performance einen leichten Schlaganfall erlitt, Mantacore spürte, dass etwas nicht stimmt und ihn daraufhin am Nacken von der Bühne zerrte, um ihn zu beschützen.

Experten haben diese Version infrage gestellt. Tiertrainer Chris Lawrence war an jenem Abend neben der Bühne und bestritt die Version von Siegfried und Roy. Der Tierexperte sagte im März gegenüber «The Hollywood Reporter», dass Horns eigene Fehler während der Show den Tiger zum Angriff getrieben hätten. 

«Roy folgte nicht dem korrekten Ablauf»

Lawrence warf Horn im Interview vor, vor der Show zu wenig Zeit mit den Tigern verbracht zu haben, was schlecht für die Bindung zwischen Tier und Performer sei. «Viele der Betreuer fanden, dass Roy die Wildkatzen mehr wie Requisiten behandelte, statt sie als Raubkatzen zu respektieren», so Lawrence.

Er sei es gewesen, der Roy an jenem Abend dazu überredet habe, mit Mantacore aufzutreten. Er leide bis heute an einer posttraumatischen Belastungsstörung. «Dieser Moment verfolgt mich und plagt mich mit überwältigender Schuld. Ich habe Roy dazu überredet, mit dem Tiger zu arbeiten, der ihn schliesslich zerfleischte und die erfolgreichste Bühnenshow in der Geschichte von Las Vegas beendete.»

Lawrence weiter: «Roy folgte nicht dem korrekten Ablauf.» Dies habe beim Tiger «Verwirrung und Rebellion» ausgelöst. «Anstatt mit Mantacore wie gewöhnlich im Kreis zu gehen, hat Roy ihn mit seinem Arm zurück in Richtung seines Körpers gedrückt. Wie bei einer Pirouette. Das Gesicht des Tigers schaute danach genau auf Horns Bauch, was ihn völlig verwirrt und rebellisch gemacht hat», so Lawrence. 

Lawrence wurde nie offiziell zu dem Vorfall befragt: «Siegfried und Roys Anwälte haben angeordnet, dass ich mit Niemandem darüber sprechen darf.»

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«Er wollte Roy beschützen»

Fischbacher wehrt sich nun im TV gegen diese Vorwürfe. Er behauptet, dass sein Partner kollabierte, ehe der Tiger angriff – und Mantacore Roy «natürlich» nur helfen wollte: «Es war ungewollt mit der Verletzung. Wenn ein Tiger dich wirklich attackieren wollte, wäre alles nach zwei Sekunden vorbei. Mantacore hat darauf gewartet, auf Roys Schultern zu springen und dann seine Belohnung zu bekommen.» In diesem Moment habe Horn nicht mehr gewusst, was passiert, und dem Tiger nur «Nein, nein, nein» zugerufen. «Weil Roy so verwirrt schien und einfach nur in die Runde schaute, hat Mantacore ihn am Hals gepackt und ihn von der Bühne gezogen. Er wollte Roy beschützen.»

Er wisse nicht, warum Lawrence diese Vorwürfe mache. «Er hatte in seinem Leben immer Probleme», so der Ex-Magier. Das Duo habe mit dem Vorfall und dem plötzlichen Ende der grossen Bühnenkarriere Frieden geschlossen. «Ich vermisse es wirklich nicht», sagt Fischbacher. «Wir standen alleine in Vegas 40 Jahre lang auf der Bühne und hatten die erfolgreichste Show in der Geschichte der Stadt.» Horn habe nach dem Unfall keine Scheu vor Tigern und sagt, dass er «sehr glücklich» sei. (kad/ds) 

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