NDR-Kultmoderator
Carlo von Tiedemann kämpfte um sein Leben

Der NDR-Moderator Carlo von Tiedemann war während Jahrzehnten Aushängeschild des Norddeutschen Rundfunkes. Dann wurde es plötzlich still um ihn. Wie nun klar wird, ungewollt. Der 80-Jährige war schwer erkrankt und kämpfte zeitweise um sein Leben.
Publiziert: 09.04.2024 um 17:04 Uhr
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Aktualisiert: 09.04.2024 um 17:10 Uhr
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Carlo von Tiedemann hat schwierige Monate hinter sich.
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Saskia SchärRedaktorin People

Seit 52 Jahren steht Carlo von Tiedemann (80) für den NDR am Mikrofon. Sei es vor der Kamera oder im Radio. Doch in den letzten Wochen wurde es ruhig um von Tiedemann – nun ist auch klar, weshalb. Wie er gegenüber «Bild» verrät, kämpfte er in den vergangenen Monaten um sein Leben. 

Sein Lebensstil mit ausgiebigem Alkohol- und Kokainkonsum machte sich bereits 2021 gesundheitlich bemerkbar. Damals wurde bei ihm eine sogenannte Amyloidose festgestellt, eine Herzerkrankung. Das Herz ist dabei nicht mehr in der Lage, sich gleichmässig zusammenzuziehen und auszudehnen. 2023 wurde von Tiedemann dann ein Herzschrittmacher eingesetzt – dieses Jahr musste er aus gesundheitlichen Gründen allerdings wieder entfernt werden.

«Ich war stocksteif»

«Ich kam mit einer bakteriellen Infektion an den Herzkranzgefässen in die Klinik. Der Schrittmacher musste raus, es war lebensbedrohlich. Ich war sehr schweratmig und habe nur noch schlecht Luft bekommen», erzählt von Tiedemann der deutschen Zeitung. In Zuge der Operation kam es zum nächsten Tiefschlag. «Ich lag wegen der Herz-Geschichte im Klinik-Bett und habe mir den Wirbel im Rücken gebrochen. Den vierten von oben, ich weiss nicht, wie das passieren konnte.» Der Wirbel wurde zweimal operiert, die Nachbehandlung war sehr schmerzhaft, so von Tiedemann. 

Doch damit nicht genug, in der Klinik zog sich der einstige «Die aktuelle Schaubude»-Moderator auch noch eine Lungenentzündung zu. «Jetzt muss ich alles wieder neu lernen, mich richtig zu bewegen. Ich war am Anfang nicht in der Lage, mich zu bewegen. Ich war stocksteif.» Insgesamt verbrachte der Moderator fast acht Wochen in der Klinik in Hamburg, danach folgten vier Wochen Reha. «Jetzt komme ich noch einen Monat in die stationäre Kurzzeitpflege nach Schleswig-Holstein. Dann hoffe ich, ist das Gröbste überstanden», erklärt von Tiedemann und fügt an: «Ich bin dem Tod gerade noch mal von der Schippe gesprungen.»

Sein Haus in der Nähe von Hamburg ist mittlerweile barrierefrei umgebaut, damit er nach dem Monat in der stationären Kurzzeitpflege wieder nach Hause kann. Dorthin, wo seine grosse Unterstützerin auf ihn wartet: Seine Ehefrau Julia Laubrunn (57). 


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