Darum gehts
- DJ Avaion nach Missbrauchsvorwürfen in der Kritik, Konzerte in Zürich abgesagt
- Er bestreitet die Vorwürfe, erhebt Gegenanschuldigungen und zieht sich zurück
- Rückschlag: Tournee abgesagt, betroffen sind auch Festivals wie Electric Love
Es sind Anschuldigungen, die die Musikwelt erschüttern und die Karriere einen der aktuell erfolgreichsten deutschen DJs ins Wanken bringen. Avaion, der in der Schweiz für seinen Hit «Pieces» drei Mal mit Platin ausgezeichnet wurde, steht im Zentrum eines öffentlichen Sturms. Eine Ex-Partnerin veröffentlichte ein über einstündiges Video, in dem sie ihm Missbrauch, Vergewaltigung und jahrelange Manipulation vorwirft. Die Reaktionen in der Schweiz folgten prompt: Sein geplantes Konzert im Zürcher Komplex 457 am 24. April wurde kurzfristig abgesagt, und auch das Open Air Gampel strich ihn bereits vom Line-up.
Avaion bestreitet Kern der Vorwürfe
Lange blieb es still auf den Kanälen des Musikers, nun reagierte Avaion mit einem ausführlichen Video-Statement. Seine Kernbotschaft: «Diese Dinge stimmen nicht.» Der DJ weist die zentralen Anschuldigungen der sexualisierten Gewalt und des systematischen Missbrauchs entschieden zurück. Um die Ernsthaftigkeit seiner Gegendarstellung zu untermauern, habe er eine eidesstattliche Versicherung abgegeben und juristische Schritte eingeleitet.
https://www.youtube.com/watch?v=L11mUulrzXU&t=2s
Avaion zeichnet ein völlig anderes Bild der Beziehung. Er spricht von einer «toxischen Dynamik», die über Jahre eskaliert sei. Dabei erhebt er nun seinerseits Vorwürfe gegen seine Ex-Partnerin. Er behauptet, massiv unter Druck gesetzt worden zu sein. So habe die Frau angeblich Geld gefordert und verlangt, dass er seine Karriere beende, um die Veröffentlichung des belastenden Videos zu verhindern.
Fehler eingestanden
Trotz der harten Zurückweisung der Missbrauchsvorwürfe zeigt sich der DJ in seinem Statement auch selbstkritisch. Er räumt ein, in der Beziehung Fehler gemacht, gelogen und in bestimmten Momenten versucht zu haben, Situationen zu kontrollieren. Auch das unangekündigte Auftauchen an ihrem Wohnort, um Gespräche zu erzwingen, gab er zu und bezeichnete dies rückblickend als Grenzüberschreitung.
Dennoch wirft er der Gegenseite vor, Fakten bewusst verzerrt und private Chats aus dem Kontext gerissen zu haben. Es stehe nun Aussage gegen Aussage, wobei beide Seiten versuchen, ihre Darstellungen mit digitalen Belegen zu stützen.
Konsequenzen in Zürich und Gampel
Während die juristische Aufarbeitung erst beginnt, sind die beruflichen Folgen für den 29-Jährigen bereits massiv. Die Absage in Zürich war nur der Anfang einer Kette von Stornierungen. Neben dem Komplex 457 und dem Open Air Gampel haben sich auch internationale Festivals wie das Electric Love in Salzburg distanziert. Sein Management gab bekannt, dass die gesamte anstehende Tournee vorerst abgesagt sei.
Für die Schweizer Fans bedeutet dies, dass der Musiker auf unbestimmte Zeit von den hiesigen Bühnen verschwinden wird. Avaion selbst kündigte an, sich vorerst aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, um die Geschehnisse zu verarbeiten und die rechtliche Klärung voranzutreiben. Ob der Platin-DJ nach diesen schweren Vorwürfen jemals wieder an seine alten Erfolge anknüpfen kann, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen.